07 Mrz

Mit der Hängematte im Urlaubsmodus

Eine Hängematte als Geschenk bedeutet für mich gleichzeitig auch Vorfreude auf Freizeit, Freunde, Sonne, Relaxen, Urlaubsfeeling und damit Lebensfreude. Schließlich fand ich genau das richtige Geschenk für meinen reise- und feierfreudigen Sohn Jan: die tolle Hängematte Barbuda pine. Ein gut erschwingliches, nicht alltägliches Geschenk für viele Anlässe mit hohem Wohlfühlfaktor. Bis zu Jans nächster Reise kann er in der Zwischenzeit damit super an einem der Kölner Seen, in den Parks oder auf einem Festival relaxen.

Jan war in Neuseeland ca. 6 Wochen mit einer Art Minivan unterwegs, den er täglich hinten umbauen musste, um darin zu schlafen oder zu kochen. Eine Hängematte zum Chillen zwischen den Touren oder einfach so zum Relaxen in der wunderbaren Natur wäre sicher ein Segen gewesen. Auch in Australien hätte er in einer Hängematte zwischen den anstrengenden Englischkursen bestimmt einen Power Nap im Schatten sehr genossen. Ich denke, dass eine Hängematte als Geschenk bei künftigen Ausflügen, Reisen und Festivals oft und gern zum Einsatz kommen wird. Sobald ich mehr Fotos habe, lade ich welche für euch hoch und werde berichten oder ihr schaut selbst auf Jans Blog nach.

Mit der Hängematte im Urlaubsmodus - Hängematte

Mit der Hängematte im Urlaubsmodus – ich habe mich für die Barbuda pine entschieden

Mit der Hängematte im Urlaubsmodus

Ganz uneigennützig ist meine Idee mit der Hängematte ja nicht. Jan leiht sie mir ganz bestimmt mal aus, sodass ich sie auf eine Radtour entlang des Rheins oder an meinen Lieblingsbadesee mitnehmen kann. Oder zum Grillen. Oder zu meiner Freundin Gertrud nach Augsburg, die einen schönen naturbelassenen Garten hat. Ich sehe mich schon an ganz vielen Orten mit der Hängematte, die pflegeleicht, schnell trocknend, bei relativ geringem Gewicht robust, und wie ich schon getestet habe, mit dem Aufhängeset leicht aufzuhängen ist. Sie ist zwar etwas schwerer als klassische Nylon-Reisehängematten, aber das stelle ich mir ziemlich schweißtreibend vor! Die Matte ist immer noch leicht genug und klein zusammenfaltbar, um sie locker überallhin mitzunehmen. Perfekt für Vita Oeconomica: Urlaubsfeeling für Zuhause und unterwegs mit kleinem Budget!

Als ich die wunderschöne Hängematte auspackte, kamen prompt Erinnerungen an alte WG Zeiten in unserem Bauernhaus bei Reutlingen in mir auf, als es im Garten zu regelmäßigen Kämpfen um den Lieblingsplatz in der arg gebeutelten Uralt-Hängematte unter den Obstbäumen kam. So à la Liegestuhlreservieren auf Mallorca. Und für immer werde ich wunderbare Momente, Meeresrauschen sowie Sonnenauf- und -untergänge an wunderschönen Stränden mit Hängematten verbinden. Ich kenne niemanden, der Hängematten nicht liebt! Uups, jetzt fange ich an zu träumen.

Kleine Warenkunde von mir als Naturtextilerin

Die Farben der Hängematte, für die ich mich schließlich entschieden habe,  leuchten sogar noch schöner als erwartet. Sie ist für 2 Personen bis 160 kg belastbar und großzügiger als viele andere geschnitten. Das Material besteht aus einem sehr robusten, relativ leichten Baumwoll-Polyester Gemisch, das ich ganz bewusst ausgesucht habe, obwohl ich sonst eher für reine Naturmaterialien bin. Aus meiner Zeit in der Naturtextilbranche weiß ich aber aus Erfahrung, dass eine Polyesterbeimischung in Naturmaterialien (wie z.B. im Baumwollfaden mit Polyesterkern), Vorteile bringen kann und hier mehr Stabilität und Haltbarkeit verleiht. Wer will schon ständig an seiner Hängematte oder Outdoorausrüstung herumflicken wie wir damals in der WG? Außerdem trocknet dieses spezielle Material viel schneller als reine Baumwolle (wichtig, um Schimmel zu vermeiden) oder Leinen, wenn die Hängematte mal nass geworden ist, ist pflegeleicht (Flecken, Sonnencreme etc.), die tollen Farben bleiben lichtechter bei Sonneneinstrahlung und der dennoch hohe Baumwollanteil gibt einen schönen weichen Griff, schmeichelt der Haut und sorgt für Atmungsaktivität, was mir besonders wichtig bei meiner Auswahl war. Perfekt also! Seht selbst.

Mit der Hängematte im Urlaubsmodus - Hängematte zusammengerollt

Mit der Hängematte im Urlaubsmodus – Hängematte Barbuda pine – robustes, weiches Material. Sooo schöne Farben!

Außer Hängematten und Hängesesseln für Erwachsene, Babys und Kinder gibt es auf der in deutsch verfassten Website des Anbieters  auch hochwertige Loungesets und Liegestühle etc. Über die Hängematte wird Jan sich bestimmt freuen und auf meinem eigenen Wunschzettel steht ganz oben ein kuscheliger Hängesessel für drinnen (vielleicht zu Weihnachten?). Hier gehts zu Jans Blog.

Hängematten mit kleinen Geschenk-Ideen kombinieren

Wohlfühlzeit pur. Und wie immer bei Vita Oeconomica sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, die Hängematte z. B. zusammen mit einem selbst gemachten kleinen Kuchen, einem Reiseführer, einem Grillfest, mariniertem Paprika in einem schönen Glas, einem Ticket zu einem Festival oder ein paar selbst gemachten Häppchen und einem Fläschchen Bier … oder selbst hergestellten Holunderblütensirup zu verschenken. Ach, der Phantasie sind wie immer keine Grenzen gesetzt.

Als Maurits von der Firma Tropilex vor einiger Zeit auf meinen Blog aufmerksam wurde und nachfragte, ob ich  mal einen Artikel schreiben könnte, dachte ich spontan „super gute Geschenkidee, guter Tipp für meine Vita Oeconomica Freunde!“, und habe nach einigen Recherchen die Barbuda pine als Geschenk für den anstehenden Geburtstag ausgesucht. Ich bin jetzt noch völlig geflasht, als Maurits mir schon einen Tag nach meiner Bestellung, die ich Wochen später tätigte, die ausgewählte Hängematte incl. Befestigungs-Kit völlig kostenlos zuschickte. Vielen Dank!

21 Feb

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch kostenlos

Philharmonie Köln - Deckenkonstruktion

Beim kostenlosen PhilharmonieLunch in der Kölner Philharmonie gibt es zwar nichts für den Magen, aber umso mehr für die Ohren. Und das fast jeden Donnerstag! Das Projekt PhilharmonieLunch wird von der Köln Musik in Zusammenarbeit mit dem WDR Sinfonieorchester Köln und dem Gürzenich-Orchester Köln ermöglicht.

Die Philharmonie Köln bietet fast jeden Donnerstag den kostenfreien PhilharmonieLunch

An vielen Donnerstagen bietet die Kölner Philharmonie allen Musikinteressierten ab frühestens 3 Jahren die Möglichkeit, eine halbe Stunde kostenlos Proben beizuwohnen. Die Musikerinnen und Musiker, Dirigenten und Künstler treten in Alltagskleidung auf, was  dem Musikgenuss absolut keinen Abbruch tut. Geprobt werden normalerweise Stücke, die zeitnah zur Aufführung anstehen, sodass es möglich ist, sich schon mal in eine Aufführung probeweise „reinzuhören“ oder wenigstens eine halbe Stunde der anstehenden Aufführungen zu erleben, falls die Karten bereits ausverkauft sein sollten.

Philharmonie Köln - Deckenkonstruktion

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch – Deckenkonstruktion

Der PhilharmonieLunch ist ein wahrer Ohren- und Augenschmaus und daher sehr beliebt. Uups, dachte ich, als ich super pünktlich auf der Treppe zwischen Museum Ludwig und Römisch-Germanischem Museum stand und die lange Warteschlange erblickte. Meine Sorge, keinen Platz mehr zu erwischen, erwies sich dann als völlig unbegründet. Pünktlich um 12.00 Uhr wurden die Türen geöffnet und das Publikum verteilte sich rasch auf den verschiedenen Stockwerken. Gegen 12.20 wurden die Saaltüren geöffnet und ich fand  einen sehr schönen Platz mit gutem Blick. Der Saal füllte sich zu schätzungsweise 90 %. Zu meinem Erstaunen gab der Dirigent sogar eine kurze Einführung, was ich nicht erwartet hatte. Und schon ging es los. Es war ein ganz wunderbares Erlebnis und ich fühlte mich reich beschenkt. Der einzige Wermutstropfen: Die halbe Stunde ging viel zu schnell vorbei! Ich werde ganz sicher versuchen, bald wieder einen PhilharmonieLunch zu besuchen.

Philharmonie Köln - PhilharmonieLunch

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch – Keine Panik! Die Warteschlange löst sich rasch auf.

Philharmonie Köln - PhilharmonieLunch

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch, bald gehts los!

PhilharmonieLunch mit kostenlosem Besuch der Städtischen Kölner Museen und noch mehr Kultur verbinden

Es lohnt sich unbedingt, an einem Donnerstag den Besuch des PhilharmonieLunchs mit einem Spaziergang in der Altstadt oder am Rhein entlang zu verbinden und im Anschluss eines der sehenswerten Kölner Museen zu erkunden, was ebenfalls bei Beachtung diverser Regeln kostenlos möglich ist. Welche Personengruppen an den meisten ersten Donnerstagen des Monats bzw. sogar die ganze Woche über freien Eintritt zu den Städtischen Kölner Museen haben, findet ihr auf meinem Beitrag „Kölner Museen kostenlos besuchen“.

Ich selbst habe den PhilharmonieLunch bei meinen Recherchen zum Filmforum entdeckt und gleich eine Bereicherung für Vita Oeconomica gewittert; denn die KölnMusik bietet in Kooperation mit der Kino Gesellschaft Köln z.B. Stummfilme mit Livemusik, Dokumentationen über Filmmusikkomponisten oder auch Filme mit besonderer Musik und Musikerportraits an. Auf meinem Blog findet ihr Infos zum Filmforum Köln und eine Verlinkung zum Veranstaltungsplan.

Kaffee trinken und Essen gehen sind auch noch drin

Mit etwas Planung könnt ihr also viel Kultur in Köln kostenlos genießen und euch sogar noch einen Café- oder Restaurantbesuch leisten. Und Sightseeing ist auch dabei! Unweit der Kölner Philharmonie und einiger Museen befinden sich ein paar empfehlenswerte Cafés und Restaurants, die ich meistens durch Zufall oder auf Empfehlung von Freunden entdeckt habe und die preislich angenehm und gut zu Fuß oder nach kurzer Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Hier einige Vorschläge.

Eine schöne Möglichkeit für Senioren, den PhilharmonieLunch mit einem vorherigen Frühstück oder einem anschließenden Beisammensein zu erleben und Leute kennenzulernen, habe ich auf feierabend.de gefunden.

Ich wünsche euch ein wunderbares Hörvergnügen und freue mich, wenn ihr eine besonders schöne musikalische halbe Stunde in der Philharmonie Köln erlebt und mit den anderen kulturellen und kulinarischen Vorschlägen auf meiner Seite miteinander kombinieren könnt. Viel Spaß!

Mehr Informationen zum PhilharmonieLunch.

06 Feb

Markthalle Köln im Belgischen Viertel

Markthalle Köln im Belgischen Viertel -

Schon das Betreten der neuen Markthalle Köln im Belgischen Viertel schmeichelt den Sinnen. Im Januar 2018 wurde Renate und Ulrich Engels Traum Wirklichkeit und sie eröffneten die erste Markthalle Kölns in der Maastrichter Str. 45 nach Umbau und Renovierung des ehemaligen Installationsgroßhandels.

Am Eingang vermischt sich Blumenduft mit dem Aroma frisch aufgebrühten Kaffees und wenige Schritte weiter verwöhnt der unwiderstehliche Geruch frischer Backwaren und Waffeln die Nase des Besuchers, um sich gleich darauf mit feinwürzigen Aromen köstlichen Käses und Düften aus der „gläsernen Metzgerei“ zu vereinen. – Genau das ist das Gemisch, das mich unwiderstehlich anzieht und schöne Erinnerungen in mir weckt. Wer meinen Blog etwas kennt, weiß, dass ich ein absolutes Markt-Victim bin …, was wohl meine Lebensgeschichte mit sich bringt.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel - Aussenansicht

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Aussenansicht

Was gibt´s alles in der 1. Markthalle Kölns?

In der neuen Markthalle können auf 2 Stockwerken (barrierefrei, geräumiger Aufzug und Kundentoilette vorhanden) derzeit im oberen Stockwerk Back- und Fleischwaren, Gemüse, knackige Salate und Obst, feinste Käsesorten, Öle, Blumen und Topfpflanzen, und im unteren Geschoss ansprechende Weine, besondere in Köln hergestellte Biere, Säfte und Smoothies, Eistees, milchsauervergorenes, knackiges Bio-Gemüse in Gläschen und Schokolade aus erlesenem Kakao gekauft und teilweise gekostet werden. Ebenfalls im Untergeschoss finden sich auch robuste Lederwaren und Taschen und das Restaurant „Dreigang“ mit offener Marktküche. Dort werden aus regionalen Zutaten zubereitete Fleisch- oder vegetarische Gerichte nebst Nachtisch und Kaffee angeboten. Im Obergeschoss hingegen gibts Kaffeespezialitäten von der kleinen Esspressobar und wer Lust auf Gebäck, Kuchen, eine verführerisch duftende Waffel oder ein Vesper vom „gläsernen Metzger“ hat, kann es sich an einem der Holzstehtische gemütlich machen und das Geschehen beobachten.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel, Wildschweinschinken von"Lappen und Prenge"l und Brot von "Der Brotspezialist"

Markthalle Köln, Wildschweinschinken und Leberwurst von“Lappen und Prengel“ und Brot von „Der Brotspezialist“ – Meine „Interpretation zuhause“

Im Fokus der Markthalle Köln steht ein regionales und nachhaltiges Angebot engagierter „Macher“

Renate und Ulrich Engel, zwei Innenarchitekten, wohnen schon seit 25 Jahren im Belgischen Viertel und zeichnen verantwortlich für das Konzept und den Umbau der Markthalle. Sie haben einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Ihr Veedel (Viertel) ist ihnen bestens bekannt und sie kennen hier die Menschen und deren Wünsche und Bedürfnisse gut und freuen sich auf viele Stammkunden. Bei jedem Wetter kann hier von Montag bis Samstag eingekauft werden und die Kunden können sich das Gekaufte per Fahrradkurier heimbringen lassen, wenn nötig.  Auf 400 m² ist die kleine Markthalle in Kölns Belgischem Viertel entstanden. Mit besonderem Augenmerk auf regionale Erzeugnisse und Einbindung regionaler Lieferanten. Hier fühlt sich der Besucher gut informiert und wohl und kommt mit Anderen schnell ins Gespräch. Und wer nicht nur einkaufen will, gönnt sich einen Kaffee von der Espressobar oder holt sich einen LKW (schwäbisch: Leberkäsewecken) oder eine der täglich wechselnden Vespervariationen vom „gläsernen“ Metzger oder etwas Feines vom „Brotspezialist“. Im Untergeschoss lockt das Restaurant „Dreigang“ mit offener Marktküche mit Fleischgerichten und vegetarischer Kost, das ich noch testen muss.

Was hat mir besonders in der neuen Markthalle gefallen?

Nun liegt die Markthalle Köln im Belgischen Viertel ja nicht gerade bei mir um die Ecke; dennoch werde ich ganz bestimmt regelmäßig dort einkaufen, da ich zum einen diese ganz besondere Atmosphäre dort schätze und mag und beobachten konnte, dass die Standbetreiber einen sehr innigen, fast familiären Umgang miteinander pflegen, der ein angenehmes Klima schon beim Betreten vermittelt. Und was mir ganz besonders aufgefallen und wichtig ist: Die Menschen, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, und es waren einige, wissen, was sie da genau vertreiben und warum und sind von ihren Produkten und ihrer Arbeit überzeugt und machen sie gerne. Das macht mir besonders gute Laune! Und die Patina wird auch noch kommen.

„Lappen und Prengel“ in der neuen Markthalle in Köln – die „gläserne Metzgerei“

Für neugierige Menschen wie mich ist die „gläserne Metzgerei“ „Lappen und Prengel“, was übersetzt fette Steaks und dicke Würste bedeutet, das absolute Eldorado, weil ich etwas „mäkelig“ und neugierig bin. Vor aller Augen mit allerlei Gerätschaften verarbeiten die beiden Mark/c-s das Fleisch in ihrem blitzsauberen Geschäft. – Der Marc mit C ist gelernter Fleischer und passionierter Jäger mit langjähriger Berufserfahrung. Der Mark mit K, Mark Junglas, ist gelernter Fleischer, Lebensmitteltechniker und Berufsjäger. Schon nach wenigen ausgetauschten Sätzen stellte ich fest, wie das junge Team für seine Tätigkeit förmlich „brennt“. Es wurde viel Geld und Arbeit in die „gläserne Metzgerei“ investiert, um sämtliche deutschen, mega-strengen, Vorschriften zu erfüllen. Der Betrieb ist durch lange Glasfronten für den Kunden völlig einsehbar und unterteilt in Verkauf/Auslage, Produktion und Kühlung, wo das Fleisch hängt. Allein der Anblick der Schmankerl in Heißtheke und Auslage ließ mir das Wasser im Munde zusammenlaufen und es spielte sich ein Kopfkino ab, was ich alles Gutes zuhause kochen könnte.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Gläserne Metzgerei „Lappen und Prengel“mit Mark Krämer

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Metzgerei Lappen und Prengel hier auf dem Foto Mark Junglas

Man wird nicht von der Auslage „erschlagen“, sondern findet ein ausgewähltes Angebot an Fleisch, Wurst, Geflügel und Wild, je nach Saison, vor. Feine Saucen zum Mitnehmen und Spezialitäten aus der Heißtheke runden das Angebot ab. Vorbestellungen werden gerne aufgenommen und realisiert. Die Tiere, die die „gläserne Metzgerei“ verarbeitet, führen bis zur Schlachtreife ein artgerechtes und gutes Leben im Familienverband mit ganz viel Auslauf und Platz im Freien. Die Metzgerei wird von ausgesuchten regionalen Bauern beliefert, insbesondere von Bauern der Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, die z.B.  das fast vor dem Aussterben bedrohte „Schwäbisch-Hällische Landschwein“ gerettet haben. In einem ausgelegten Ordner kann der interessierte Besucher blättern und sich umfassend informieren.

Eine große Tafel an der Seite gibt Informationen über die Herkunft des gerade verarbeiteten Fleisches. Mark Junglas erzählte mir, wie wichtig den Machern von „Lappen & Prengel“ der ständige Kontakt zu den Erzeugern, die die Futtermittel noch selbst anbauen, und den Betreibern des Schlachthofs ist und dass das saisonabhängig erlegte Wild aus der Region stammt und grundsätzlich vom Hochsitz aus geschossen wird (also keine tierquälenden Treibjagden etc.).

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Metzgerei „Lappen & Prengel“. Auf dem Foto Mark Junglas

Auch alte Schweinerassen, wie z.B. das wollige Magalitzaschwein, werden neben heimischen Schafrassen wie dem Merinoschaf oder dem schwarzköpfigen Fleischlamm zu feinen Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet, was – nur durch Glas getrennt – bestens beobachtet werden kann.

Mein Fazit: ich esse lieber nur gelegentlich Fleisch und Wurst mit reinem Gewissen und bezahle dann auch gerne etwas mehr. Auch mit kleinem Budget können wir der „Fleischeslust“ frönen, wohl dosiert. Und dieses junge Team darf auf seine Arbeit stolz sein und verdient es, zusammen mit den anderen Betreibern der Markthalle unterstützt zu werden!

Ein rundes Angebot in der Markthalle Köln im Belgischen Viertel

Christophe Collin von „Terre de Provence“ schräg gegenüber vom Metzger und neben dem Bäcker, bietet Käsespezialitäten an. Wie ich gehört habe, war er früher in Frankreich als Schäfer tätig und beherrscht auch selbst die Käseherstellung. Bei „Der Brotspezialist“ habe ich zunächst einmal ein Eiweißbrot erstanden und zuhause mit Genuss gegessen. Mir wurde erzählt, dass die Traditionsbäckerei Roggen- und Dinkelvollkornmehl vor der Teigherstellung frisch mahlt, um die Vitamine bestmöglich zu erhalten. Am Stand werden Waffeln frisch gebacken und für 1,50/Stck. (Stand 02/2018) verkauft. Sehr verführerisch. Nach einem Stand mit ausgewählten Ölen und anderen Leckereien befindet sich am Ende des Obergeschosses ein gut sortierter Obst- und Gemüsestand mit knackigem Salatangebot. Und an zwei Tagen in der Woche steht im Hof vor der Markthalle ein mobiler Fischstand.

Das „Dreigang Restaurant“ im Untergeschoss werde ich bei einem meiner nächsten Besuche noch testen, genau wie den herrlich duftenden Kaffee aus der Espressobar von oben. – Dieses Mal hatte ich die Gelegenheit, sehr feines, mildes, roh fermentiertes (milchsauervergorenes) und phantastisch gewürztes, knackiges Wurzelgemüse und Kohl im Untergeschoss bei Nu´s Fermentiert zu kosten und wurde sehr kompetent beraten. – Ihr wisst ja, dass ich eine ganz besondere Vorliebe für Kohl in allen Variationen habe, was ich hier auf dem Blog bereits geschrieben habe.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Fermentiertes Gemüse in Gläschen von Nu´s

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Biere, Weine, Eistees, Schokolade – 02/2018

Sehr begeistert hat mich, dass ich am gleichen Stand mit Nu´s  fermentierten Gemüsen spezielle Biere, die in Kölns kleinster Brauerei „braustelle“ gebraut werden, gefunden habe. Und auch ganz phantasievolle, kaltgepresste Saftmischungen und Säfte von kaltpresse.de  (beim Ingwersaft mit Zitrone hätte mein serbischer Opa sicherlich mindestens dreimal „Joj“ gesagt). Sehr empfehlenswert! Den kaltgepressten Säften und Smoothies ist Eines gemeinsam:  sehr hohe Nährstoffdichte und ein köstlich-frischer Geschmack! Die Biere, die mein Sohn Jan kennt und schätzt, heißen z.B. „Pink Panther“ (mildes, fruchtiges Ale mit Hibiscusblüten gebraut) oder Helios (eine Hommage an den Leuchtturm der ehemaligen Firma „Helios“ in Köln-Ehrenfeld) und werden von „braustelle“ gebraut. Ich muss dringend mal probieren. Opa Alfi´s feinherbe, nur mit etwas Ahornsirup und Saft in Bioqualität frischgebraute, in Flaschen gefüllte, Eistees runden neben einem feinen Pfälzer Weinsortiment von IMI Winery und Schokolade den gelungenen Gemeinschaftsstand ab. Im Eingang verströmen die bunten Blumen von „Pusteblume“ und die „Espressobar“ einen köstlichen Duft. Ich hoffe, ich habe nichts übersehen.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Blumenladen Pusteblume am Eingang, links Espressobar

Nun wünsche ich euch ein schönes Einkaufserlebnis im Belgischen Viertel, das sich gut z.B. mit einem Bummel über den Neumarkt und der Geschichte des berühmten Kölner Sängers Willi Ostermann und dessen letztem Wohnort und/oder dem Besuch des Käthe-Kollwitz- oder Rautenstrauch-Joest Museums, also einigen meiner Lieblingsorte in Köln, verbinden lässt. Viel Spaß! Hier findet ihr die Öffnungszeiten der Markthalle und weitere Infos.

28 Jan

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln

In Rheinnähe, ganz versteckt, und doch inmitten der Kölner Altstadt, liegt der beschauliche Ostermannplatz mit seinem Willi Ostermann Brunnen, den ihr über das winzige, gepflasterte Kastellgässchen oder die Lintgasse (hier wurden im Mittelalter Korbwaren von Lintschleißern = Korbflechtern hergestellt) erreichen könnt.

Ganz zufällig fand ich an einem heißen Sommertag den nur wenige Schritte vom Großstadttrubel entfernten, idyllischen Platz mit seinem Brunnen, der dem berühmten Kölner Star-Mundartsänger und Komponisten Willi Ostermann gewidmet ist, und möchte euch hier seine Geschichte erzählen. – Gelegentlich hat man Glück und kann von dem im Schatten liegenden Mäuerchen aus, das zum Ausruhen und Verweilen einlädt, einem burschikosen Tourguide beim Vortrag eines Liedes oder einiger Spottverse lauschen und beobachten. Den Brunnen zieren 15 aus Muschelkalk gefertigte Figuren und eingemeißelte Textzeilen. – Auch befindet sich auf dem Platz ein Bronzerelief des Künstlers. Neugierig wie ich bin, recherchierte ich die Geschichte des an Weiberfastnacht, dem 16.02.1939, zum Andenken an Willi Ostermann eingeweihten Brunnens und Platzes.

Willi Ostermann Brunnen

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln – dreieckiger Brunnen aus Muschelkalk

Willi Ostermann 1.10.1876 – 6.08.1936

Wilhelm „Willi“ Ostermann wurde am 1.10.1876 in Mülheim, auf der liebevoll „Schäl Sick“ genannten rechtsrheinischen Seite, geboren und wuchs in der damaligen Garnisonsstadt Deutz auf. Schon als Schulkind fiel der Rotschopf durch seine lustigen Sprüche und Verse auf. Nach der Volksschule begann er eine Ausbildung im Elektrohandwerk, die er abbrach. Danach machte er eine Lehre als Stereotypeur und Galvanoplastiker und arbeitete wahrscheinlich bis 1900 in seinem Beruf.  Ab 1895 war er Mitglied einer Laientheatergruppe. Seine Talente brachte er bei kleinen Auftritten bei Familienfesten oder in Kneipen ein und verdiente sich so etwas dazu. Noten lesen konnte Ostermann nicht, verfasste aber unermüdlich Lieder und sang sie später auf Schallplatten. Schließlich hatte er 1907 seinen großen Durchbruch mit „Däm Schmitz sing Frau eß durchgebrannt“. Das Lied entstand in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Emil Neumann und war DER Karnevalsschlager 1906/1907. So wurde Ostermann in ganz Deutschland und auch im europäischen Ausland bekannt. Von den Einnahmen seiner Musikleidenschaft konnte er schließlich leben und hinterließ über 100 bekannte „kölsche Krätzchen“, Rhein-Wein-Lieder, Revuefilmlieder und schrieb auch für andere Künstler. Er liebte den Rhein und widmete dem Fluss seines Lebens ebenfalls seine Musik, die bis heute viele Künstler vortragen. Außerdem mochte er das süße Leben und wurde des öfteren auf der Pferderennbahn gesehen.

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln – Denkmal Willi Ostermann

Eines seiner bekanntesten Lieder „Och, wat wor dat fröher schön doch en Colonia“ wurde 1936 zum Herzzerreißen von einer Musikkapelle anlässlich seines Begräbnisses auf dem Melaten Friedhof in der Aachener Straße gespielt. Halb Köln trauerte um Willi Ostermann und die meisten Geschäfte blieben über Stunden geschlossen. 35.000 Menschen säumten den Trauerzug vom Neumarkt (wo er zuletzt wohnte) bis zu Melaten als er am 10.08.1936 beigesetzt wurde. Sein beliebtes Lied „Heimweh nach Kölle – Ich mööch zo Foß noh Kölle gonn“, soll er nach einer nicht gut überstandenen schweren Magenoperation auf dem Sterbebett im Kölner Krankenhaus Lindenburg noch 4 Tage vor seinem Tod geschrieben haben.

Willi Ostermann und seine Lieder – Textverse am Willi Ostermann Brunnen

Als es noch kein Radio gab, wurden seine beliebten Lieder in Windeseile von Mund zu Mund verbreitet. Otto Reutter gab ihm schon 1905 den Rat „den Leuten aufs Mal zu gucken und so seine Spottverse zu verfassen, was er am besten beherrsche“. Diesen guten Rat befolgte Ostermann. Er verkaufte über 2,5 Millionen Schallplatten. Seine Lieder handeln von Persönlichkeiten und skurrilen Figuren, Begebenheiten, Lokalitäten und detailverliebten Szenen und strotzen nur so vor Humor der damaligen Zeit. Aber es handelt sich bei Weitem nicht nur um Karnevalslieder. Er vereinte kölschen Sprachwitz mit angeborenem Humor. Seine Lieder handeln neben der immer wieder gepriesenen Schönheit der Frauen vom Rhein und dem köstlichen Wein auch von den unsicheren Zeiten, von Krieg und Frieden, Hunger, Depression, beschreiben detailgenau Milieuszenen und deren pralle Figuren und erzählen später auch von Kriegsgewinnlern, wobei die Politik nicht Ostermanns Hauptthema war und keineswegs korrekt wiedergegeben wurde. Sein Lied „Heimweh nach Köln“ wurde im Zweiten Weltkrieg sogar als „wehrkraftzersetzend“ verboten. Unvergessen auch seine „Hommage“ an die Waffe „Dicke Bertha, Kaliber 42“.

Entstehung und Geschichte des Willi-Ostermann-Brunnens und Ostermannplatzes bis 1961

Nach Willi Ostermanns Tod verwendete sein Freund und damaliger Präsident des Kölner Festkomitees, Thomas Liessem, die Erlöse aus dem Verkauf der Schallplatte „Heimweh nach Köln“ sowie die Tantiemen für das von ihm verfasste Ostermannbuch und im Freundeskreis gesammelte Gelder, um ein Ostermanndenkmal erbauen zu lassen.

Der Bildhauer Willy Klein schuf aus einem 14 Kubikmeter großen aus Bayern angelieferten Muschelkalkblock für 38.000 Reichsmark das Werk mit den 15 Figuren, die u. a. von Ostermann besungen worden waren. Der dreieckige Brunnen bildet heute den zentralen Punkt des Platzes. Eingemeißelt in das Denkmal sind die Textzeilen aus drei berühmten Ostermann-Liedern: „Kölsche Mädcher künne bütze“, „Wenn in Colonia der Karneval beginnt“ und „Och, wat wor dat fröher schön doch in Colonia“.

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln – dreieckiger Brunnen aus Muschelkalk

Alle Kölner Karnevalsgesellschaften und viele Vereine waren anwesend, als das Denkmal 1939 an Weiberfastnacht feierlich dem damaligen Oberbürgermeister als Geschenk der Kölner Bürgerschaft zur Pflege übergeben wurde. Der Platz wurde „Ostermannplatz“ genannt. Der Kinderchor des Städtischen Waisenhauses und der Kölner Männerchor sangen sehr einfühlsam gemeinsam Ostermanns letztes Lied.

Thomas Liessem würdigte den Verstorbenen anlässlich der Einweihung des Denkmals mit folgenden Worten:

„Ein Volk lebt in seinen Liedern, und der die Lieder schrieb, konnte nur im Volke gelebt haben. Generationen gehen, doch seine Lieder bleiben bestehen. Und ein Volk, welches sich singend in seinen Liedern selbst den Spiegel vorhält, wie in den Gesängen Ostermanns, dieses Volk hat Herz und Gemüt. – Bitten wir den Himmel, dass er uns dieses Gemüt erhält und dieses Denkmal so lange schützt, wie die Lieder unseres Willi Ostermann in diesem Volk am Rhein Bestand haben!“

Und als ob der Himmel tatsächlich zugehört und die Bitte erfüllt hätte, wurde der Brunnen trotz der durch Bombenhagel und Feuersbrunst verheerenden Zerstörung ringsherum kaum beschädigt. Und die textsicheren Kölner lieben es bis heute, ihre Lieder zu singen – und ich singe gerne mit!

Nach dem Krieg übernahm der 17-jährige in direkter Nachbarschaft des Brunnens wohnende Karnevalist Franz Unrein, später als „Schütze Bumm“ und „Jupp vum Kägelclub“ bekannt und berühmt, tatkräftig die Aufräumarbeiten des Platzes mithilfe der Nachbarschaft und der Karnevalskünstlervereinigung Muuzemändelcher, wofür er mit einer Medaille geehrt wurde.  Am 11.11.1949 erfolgte die Wiedereinweihung des Denkmals. Wieder wurden die alten Ostermannlieder feierlich intoniert. – Aus dieser Wiedereinweihung machten die Muuzemändelcher ein wiederkehrendes Ereignis. Immer am 11.11. um 11 Uhr 11 wurde von da an hier die Karnevalssession eröffnet.

Als 1961 der Ostermann Platz umgebaut wurde, holte der damalige Oberbürgermeister Theo Burauen den Karnevalsauftakt auf den Rathausvorplatz, „Et Spill op d´r Rothustrapp“. In der Folge geriet der Brunnen in Vergessenheit und begann zu zerfallen.

Geschichte um Willi-Ostermann-Brunnen und Ostermannplatz ab 1967 und Gründung der Ostermann Gesellschaft Köln 1967 e. V.

Am 28.02.1967 schließlich gründete sich die Ostermann Gesellschaft  in den Räumen des noch heute bestehenden Brauhauses „Gilden im Zins“, um das Andenken Ostermanns zu ehren. Die vergessene Tradition der Sessionseröffnung seit 1949 wurde wiederbelebt und die Gesellschaft lud am 11.11.69 wieder zur Sessionseröffnung am Ostermann-Brunnen ein. Der Platz wurde mit den Jahren allerdings für die vielen Jecken zu eng und man musste ausweichen.

1974 wurde der Brunnen durch Jürgen Hans Grümmer umgestaltet.

Eine weitere Neueinweihung fand schließlich am 14.06.1997 statt.

Gedenktafel

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln – Gedenktafel

Willi Ostermanns Nachlass wurde in dessen eigenem Verlag zunächst von seiner 2. Frau Käthe und später vom Musikverlag Hans Gerig KG verwaltet. Die Willi Ostermann Gesellschaft Köln 1967 e. V. pflegt noch heute sehr aktiv das Andenken des Künstlers. Die Gesellschaft übernahm u. a. auch die Restaurierung einer Ostermann-Figur. Die restaurierte Figur befindet sich im Hotel Radisson Blue in Deutz. Eine Kopie wurde am Ratsturm angebracht. Es gibt noch weitere Denkmäler und Tafeln in der Umgebung in Andenken an den Künstler, wie z. B. eine Gedenktafel am Haus Am Neumarkt 33, wo er von 1928 bis zu seinem Tod zusammen mit seiner Frau Käthe gelebt hat. Die Tafel könnt ihr anschauen und mit dem Besuch einiger meiner anderen Lieblingsorte in Köln verbinden.

Gedenktafel

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln – Gedenktafel an seiner letzten Wohnstätte

Die Ostermann Gesellschaft 1967 e. V. pflegt heute den Brunnen und hat seit ihrer Gründung sehr viel unternommen, um das Andenken des Kölner Barden zu bewahren. Z. B. verleiht sie in unregelmäßigen Abständen während der Sessionseröffnung, die mittlerweile unter Regie der Gesellschaft auf dem Heumarkt stattfindet und auf den Altermarkt übertragen wird, den „Goldenen Ostermann Brunnen“ für besondere Verdienste um den Kölner Karneval (u. a. wurden Willy Millowitsch, Bläck Fööss, die Höhner geehrt), organisiert spektakuläre Karnevalssitzungen u. v. m. und hat etliche Andenken über Willi Ostermann aus alten Archiven erworben (ein Originalliederbuch des Sängers könnt ihr auf der Website der Gesellschaft anschauen) oder verwaltet diese. Auf der Seite der Ostermann Gesellschaft findet ihr noch allerlei Wissenswertes über deren Gründungsgeschichte, den Kölner Karneval und viele aktuelle Termine. Auch ein Willi Ostermann Wanderweg mit Stationen seines Lebens, bei dem man Köln besser kennenlernt, findet sich dort. Und einmal im Jahr wird ein Ausflug ins Nachtigallental, wo sich auch ein Denkmal findet, organisiert. Die Hymne dieser Karnevalsgesellschaft ist, wie könnte es anders sein, Willi Ostermanns Lied „Heimweh nach Köln“.

„Wenn ich su an ming Heimat denke
un sin d’r Dom su vör mir ston,
mööch ich direk op Heim an schwenke,
ich mööch zo Foß no Kölle gon.“

Verszeile aus „Heimweh nach Köln“ von 1936

Ich übernehme keine Verantwortung für Vollständigkeit und Korrektheit meiner Recherchen. Eigentlich wollte ich euch nur von einem meiner Lieblingsorte in Köln berichten…und freue mich über weitere Informationen zu Willi Ostermann und dem nach ihm benannten Platz in Kölles Altstadt.

20 Jan

Flora und Botanischer Garten in Köln

Flora und Botanischer Garten Köln

Flora und Botanischer Garten in Köln sowie der nahe gelegene Skulpturenpark können das ganze Jahr über kostenlos besucht werden und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Der Kölner Zoo liegt in unmittelbarer Nähe und die zur Bundesgartenschau 1957 angelegte Kölner Seilbahn verbindet die Flora mit dem rechtsrheinisch gelegenen  Rheinpark.

- nachempfundene Alpenlandschaft

Flora und Botanischer Garten Köln – nachempfundene Alpenlandschaft mit alpiner Bepflanzung

Ich möchte euch ganz besonders den Besuch der Flora ans Herz legen, wenn ihr euch für Pflanzen und Gartenbaukunst interessiert und euch mal abseits der Hektik der Stadt etwas Ruhe gönnen wollt. Die Flora ist zu jeder Jahreszeit, auch bei schlechtem Wetter, sehenswert. Und wer nicht so gut zu Fuß ist, kann sich auf einer der bequemen Bänke zwischendurch ein Päuschen gönnen oder in den Sommermonaten die Außengastronomie nutzen. Das Gelände ist mit der Straßenbahnlinie 18 gut erreichbar und wer möchte, kann den Besuch des Skulpturenparks und der Flora miteinander gut verbinden.

Flamingos

Flora und Botanischer Garten Köln – Flamingos im nahegelegenen Zoo

Hennes VIII, Maskottchen des 1. FC Köln

Hennes VIII, Maskottchen des 1. FC Köln

Hennes VIII, das berühmte Maskottchen des 1. FC Köln, lebt seit August 2014 im „Kleinen Geißbockheim“ auf dem Zoogelände und kann dort von den Fans besucht werden. Bei jedem FC Heimspiel im RheinEnergieSTADION wird über dem kleinen Geißbockheim die FC-Flagge gehisst. Mehr über Hennes VIII und seine neue Frau, Anneliese II, erfahrt ihr auf der Seite des 1. FC.

Der Kölner Zoo liegt direkt daneben, falls ihr immer noch nicht genug habt. Und die Kölner Seilbahn (bitte vorher Betriebszeiten checken) bringt euch ans andere Ufer des Rheins, was für Groß und Klein natürlich auch ein spektakuläres Erlebnis ist. Neben Finkens Garten,  den Kölner Museen, dem Wochenmarkt in Nippes und dem Ostermannplatz gehört die Flora zu meinen absoluten Lieblingsorten in Köln, die ich bisher entdeckt habe.

Flora und Botanischer Garten Köln

Flora und Botanischer Garten Köln – Wasserlauf

Geschichte der Flora

Der ehemalige Kölner Botanische Garten lag am Dom und musste für den Bau des Hauptbahnhofs weichen. Somit wurde unter der Schirmherrschaft Kaiserin Augustas 1863 eine Aktien-Gesellschaft zur Anlage eines Zier- und Lustgartens gegründet. Die AG kaufte für 22.130 Taler das neben dem 1860 eröffneten Kölner Zoo liegende „Pilgramsche Grundstück“ mit einer Fläche von 5,6 Hektar. Den Gesamtentwurf der Flora übernahm Peter Joseph Lenné, der sich vom französischen Barock- und italienischen Renaissance-Garten und englischen Landschaftsparks inspirieren ließ.

Flora und Botanischer Garten Köln

Flora und Botanischer Garten Köln

Da der alte Kölner Botanische Garten am Dom für den Bau des Hauptbahnhofs weichen musste, wurde 1862 mit der Planung eines neuen Botanischen Gartens in Riehl begonnen. Betreiber des Gartens wurde die 1863 von Kölner Bürgern, darunter Eduard von Oppenheim und Adolph Rautenstrauch, gegründete Aktien-Gesellschaft zur Anlage eines Botanischen Zier- und Lustgartens. Kaiserin Augusta, die Ehefrau Kaiser Wilhelm I, übernahm die Schirmherrschaft.

Am 14.08.1864 wurde der ebenfalls Flora genannte Glaspalast, ein palastartiger Wintergarten aus Glas und Eisen, eröffnet. Das großartige Gebäude mit Anlehnung an die zu jener Zeit beliebte Maurische Architektur diente als Palmenhaus, wurde aber auch für rauschende Feste und Bälle genutzt.

1875 und 1888 fanden Gartenbauausstellungen statt. 1889 folgte eine Industrieausstellung. 1906 fand die Deutsche Kunstausstellung im Park statt. Wegen der hohen Unterhaltskosten musste die Stadt Köln ab 1907 Aktien der Gesellschaft erwerben und übernahm 1919 die Flora vollständig.

Entstehung des neuen Botanischen Gartens zwischen 1912 und 1914 und Verbindung mit der Flora

Zwischen 1912 und 1914 wurde hier der neue Botanische Garten auf 4,7 Hektar angelegt, da der alte am Vorgebirgstor wegen des Güterbahnhofausbaus stark verkleinert werden musste. Der neugeschaffene Botanische Garten hatte eine wissenschaftliche Zweckbestimmung. Peter Hans Heinrich Esser, der 1. Direktor der Anlage, ließ sich aber von der angestrebten Verbindung mit der Flora leiten und verband den Garten mit dem palastähnlichen Bauwerk zu einem gelungenen Ganzen in besonders ästhetischer Weise.

Flora und Botanischer Garten Köln

Flora und Botanischer Garten Köln – alter knorriger Baum – mein Kraftfeld

In der Folgezeit wurden Garten und Gebäude immer wieder stark verändert, zahlreiche Beispiele des historischen Gartenbaus wurden abgetragen oder vollständig abgerissen bzw. umgestaltet.

Flora und Botanischer Garten nach dem 2. Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Anwesen stark beschädigt. Beim Wiederaufbau in der Nachkriegszeit wurden etliche Gebäude und Anlagen des Historismus abgebrochen. Eine der spektakulärsten Änderungen war wohl, dass die Eisenkuppel des Palmenhauses demontiert wurde und das Gebäude als nur einstöckiger Festsaal wieder hergestellt wurde. Der 1898 errichtete Konzert- und Festsaal sowie die alten Gewächshäuser wurden vollständig abgebrochen. Ende 1949 wurde der Botanische Garten wiedereröffnet.

Flora und Botanischer Garten Köln

Flora und Botanischer Garten Köln- nachgebildete alpine Landschaft und alp. Bepflanzung

Sukzessive wurden zwischen 1950 und 1955 neue Gewächshäuser wie Kakteenhaus und die Tropenhäuser errichtet. Auch bot man den Besuchern einen Rundgang durch verschiedene Vegetationszonen vom tropischen Regenwald bis hin zur Wüste an. 1957 fand die Bundesgartenschau statt.

100-jähriges Jubiläum der Kölner Flora und Geschichte bis 2008

Zum 100-jährigen Jubiläum 1964 wurde der Wiederaufbau abgeschlossen und das Festhaus wurde renoviert. In den Folgejahren wurden die Gelder der Stadt Köln stark gekürzt. Man diskutierte sogar die Schließung, was aber glücklicherweise abgewendet werden konnte.

Der seit 1977 amtierende Gartenleiter Eugen Moll sollte kurz vor dem 125-jährigen Jubiläum das Erscheinungsbild von Flora und Botanischem Garten wiederherstellen. Zwischen 1985 und 1990 wurden etliche Sanierungen, Neubauten und Bepflanzungen durchgeführt.

Wiedereröffnung nach Renovierung in 2008

2008 erhielt der Park dann die erste Palmenallee Deutschlands und die Sanierung wurde bis zum 150. Jubiläum abgeschlossen. Endlich wurde auch das Dach in den Originalzustand (Kuppeldach) versetzt. Ein spektakulärer Dachsalon wurde unter dem Tonnendach geschaffen, wo ca. 150 Personen untergebracht werden können. Feierliche Wiedereröffnung war am 12.06.2014.

Flora und Botanischer Garten Köln

Flora und Botanischer Garten Köln – der 2014 restaurierte Prunkbau

Das palastartige Gebäude wird von der Gesellschaft KölnKongress für gehobene Events und Bankette vermietet. Die Innenräume sind für andere Besucher nur während des Tages des Offenen Denkmals zugänglich. Schade, dass es so einen Termin nur einmal im Jahr gibt; denn es gibt noch etliche andere Bauwerke, die ebenfalls nur einmal im Jahr öffentlich zugänglich sind. Leider fällt durch diese Restriktion die Auswahl der Denkmäler schwer. Ein Besuch der wunderschönen Flora lohnt sich auf jeden Fall besonders. Der Tages des Offenen Denkmals findet üblicherweise immer am 2. Sonntag im September statt.

Flora und Botanischer Garten Köln

Flora und Botanischer Garten Köln – kunstvolles Fenster

Flora und Botanischer Garten Köln

Flora und Botanischer Garten Köln – Palmenhain. Auch im Winter schön! Foto: piwik

Zwischen Mai und September kann eine Pause auf der großen Außenterrasse von Mittag bis spätestens 22.30 Uhr eingelegt werden. Das Café wird von einem Caterer von außerhalb betrieben und hat den Namen „Dank Augusta“ in Anlehnung an die ehemalige Schirmherrin Kaiserin Augusta. Die Preise sind etwas gehoben, aber wie ich finde noch im Rahmen, da ja sonst kein Eintritt bezahlt werden muss.

Über Adresse, Öffnungszeiten, Anfahrt, Veranstaltungen und diverse Führungen durch den Park und die Gewächshäuser könnt ihr euch hier informieren. Ein kleiner Teil der Anlage ist auch durch den WDR-Garten reserviert.