06 Feb

Markthalle Köln im Belgischen Viertel

Markthalle Köln im Belgischen Viertel -

Schon das Betreten der neuen Markthalle Köln im Belgischen Viertel schmeichelt den Sinnen. Im Januar 2018 wurde Renate und Ulrich Engels Traum Wirklichkeit und sie eröffneten die erste Markthalle Kölns in der Maastrichter Str. 45 nach Umbau und Renovierung des ehemaligen Installationsgroßhandels.

Am Eingang vermischt sich Blumenduft mit dem Aroma frisch aufgebrühten Kaffees und wenige Schritte weiter verwöhnt der unwiderstehliche Geruch frischer Backwaren und Waffeln die Nase des Besuchers, um sich gleich darauf mit feinwürzigen Aromen köstlichen Käses und Düften aus der „gläsernen Metzgerei“ zu vereinen. – Genau das ist das Gemisch, das mich unwiderstehlich anzieht und schöne Erinnerungen in mir weckt. Wer meinen Blog etwas kennt, weiß, dass ich ein absolutes Markt-Victim bin …, was wohl meine Lebensgeschichte mit sich bringt.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel - Aussenansicht

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Aussenansicht

Was gibt´s alles in der 1. Markthalle Kölns?

In der neuen Markthalle können auf 2 Stockwerken (barrierefrei, geräumiger Aufzug und Kundentoilette vorhanden) derzeit im oberen Stockwerk Back- und Fleischwaren, Gemüse, knackige Salate und Obst, feinste Käsesorten, Öle, Blumen und Topfpflanzen, und im unteren Geschoss ansprechende Weine, besondere in Köln hergestellte Biere, Säfte und Smoothies, Eistees, milchsauervergorenes, knackiges Bio-Gemüse in Gläschen und Schokolade aus erlesenem Kakao gekauft und teilweise gekostet werden. Ebenfalls im Untergeschoss finden sich auch robuste Lederwaren und Taschen und das Restaurant „Dreigang“ mit offener Marktküche. Dort werden aus regionalen Zutaten zubereitete Fleisch- oder vegetarische Gerichte nebst Nachtisch und Kaffee angeboten. Im Obergeschoss hingegen gibts Kaffeespezialitäten von der kleinen Esspressobar und wer Lust auf Gebäck, Kuchen, eine verführerisch duftende Waffel oder ein Vesper vom „gläsernen Metzger“ hat, kann es sich an einem der Holzstehtische gemütlich machen und das Geschehen beobachten.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel, Wildschweinschinken von"Lappen und Prenge"l und Brot von "Der Brotspezialist"

Markthalle Köln, Wildschweinschinken und Leberwurst von“Lappen und Prengel“ und Brot von „Der Brotspezialist“ – Meine „Interpretation zuhause“

Im Fokus der Markthalle Köln steht ein regionales und nachhaltiges Angebot engagierter „Macher“

Renate und Ulrich Engel, zwei Innenarchitekten, wohnen schon seit 25 Jahren im Belgischen Viertel und zeichnen verantwortlich für das Konzept und den Umbau der Markthalle. Sie haben einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Ihr Veedel (Viertel) ist ihnen bestens bekannt und sie kennen hier die Menschen und deren Wünsche und Bedürfnisse gut und freuen sich auf viele Stammkunden. Bei jedem Wetter kann hier von Montag bis Samstag eingekauft werden und die Kunden können sich das Gekaufte per Fahrradkurier heimbringen lassen, wenn nötig.  Auf 400 m² ist die kleine Markthalle in Kölns Belgischem Viertel entstanden. Mit besonderem Augenmerk auf regionale Erzeugnisse und Einbindung regionaler Lieferanten. Hier fühlt sich der Besucher gut informiert und wohl und kommt mit Anderen schnell ins Gespräch. Und wer nicht nur einkaufen will, gönnt sich einen Kaffee von der Espressobar oder holt sich einen LKW (schwäbisch: Leberkäsewecken) oder eine der täglich wechselnden Vespervariationen vom „gläsernen“ Metzger oder etwas Feines vom „Brotspezialist“. Im Untergeschoss lockt das Restaurant „Dreigang“ mit offener Marktküche mit Fleischgerichten und vegetarischer Kost, das ich noch testen muss.

Was hat mir besonders in der neuen Markthalle gefallen?

Nun liegt die Markthalle Köln im Belgischen Viertel ja nicht gerade bei mir um die Ecke; dennoch werde ich ganz bestimmt regelmäßig dort einkaufen, da ich zum einen diese ganz besondere Atmosphäre dort schätze und mag und beobachten konnte, dass die Standbetreiber einen sehr innigen, fast familiären Umgang miteinander pflegen, der ein angenehmes Klima schon beim Betreten vermittelt. Und was mir ganz besonders aufgefallen und wichtig ist: Die Menschen, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, und es waren einige, wissen, was sie da genau vertreiben und warum und sind von ihren Produkten und ihrer Arbeit überzeugt und machen sie gerne. Das macht mir besonders gute Laune! Und die Patina wird auch noch kommen.

„Lappen und Prengel“ in der neuen Markthalle in Köln – die „gläserne Metzgerei“

Für neugierige Menschen wie mich ist die „gläserne Metzgerei“ „Lappen und Prengel“, was übersetzt fette Steaks und dicke Würste bedeutet, das absolute Eldorado, weil ich etwas „mäkelig“ und neugierig bin. Vor aller Augen mit allerlei Gerätschaften verarbeiten die beiden Mark/c-s das Fleisch in ihrem blitzsauberen Geschäft. – Der Marc mit C ist gelernter Fleischer und passionierter Jäger mit langjähriger Berufserfahrung. Der Mark mit K, Mark Junglas, ist gelernter Fleischer, Lebensmitteltechniker und Berufsjäger. Schon nach wenigen ausgetauschten Sätzen stellte ich fest, wie das junge Team für seine Tätigkeit förmlich „brennt“. Es wurde viel Geld und Arbeit in die „gläserne Metzgerei“ investiert, um sämtliche deutschen, mega-strengen, Vorschriften zu erfüllen. Der Betrieb ist durch lange Glasfronten für den Kunden völlig einsehbar und unterteilt in Verkauf/Auslage, Produktion und Kühlung, wo das Fleisch hängt. Allein der Anblick der Schmankerl in Heißtheke und Auslage ließ mir das Wasser im Munde zusammenlaufen und es spielte sich ein Kopfkino ab, was ich alles Gutes zuhause kochen könnte.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Gläserne Metzgerei „Lappen und Prengel“mit Mark Krämer

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Metzgerei Lappen und Prengel hier auf dem Foto Mark Junglas

Man wird nicht von der Auslage „erschlagen“, sondern findet ein ausgewähltes Angebot an Fleisch, Wurst, Geflügel und Wild, je nach Saison, vor. Feine Saucen zum Mitnehmen und Spezialitäten aus der Heißtheke runden das Angebot ab. Vorbestellungen werden gerne aufgenommen und realisiert. Die Tiere, die die „gläserne Metzgerei“ verarbeitet, führen bis zur Schlachtreife ein artgerechtes und gutes Leben im Familienverband mit ganz viel Auslauf und Platz im Freien. Die Metzgerei wird von ausgesuchten regionalen Bauern beliefert, insbesondere von Bauern der Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, die z.B.  das fast vor dem Aussterben bedrohte „Schwäbisch-Hällische Landschwein“ gerettet haben. In einem ausgelegten Ordner kann der interessierte Besucher blättern und sich umfassend informieren.

Eine große Tafel an der Seite gibt Informationen über die Herkunft des gerade verarbeiteten Fleisches. Mark Junglas erzählte mir, wie wichtig den Machern von „Lappen & Prengel“ der ständige Kontakt zu den Erzeugern, die die Futtermittel noch selbst anbauen, und den Betreibern des Schlachthofs ist und dass das saisonabhängig erlegte Wild aus der Region stammt und grundsätzlich vom Hochsitz aus geschossen wird (also keine tierquälenden Treibjagden etc.).

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Metzgerei „Lappen & Prengel“. Auf dem Foto Mark Junglas

Auch alte Schweinerassen, wie z.B. das wollige Magalitzaschwein, werden neben heimischen Schafrassen wie dem Merinoschaf oder dem schwarzköpfigen Fleischlamm zu feinen Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet, was – nur durch Glas getrennt – bestens beobachtet werden kann.

Mein Fazit: ich esse lieber nur gelegentlich Fleisch und Wurst mit reinem Gewissen und bezahle dann auch gerne etwas mehr. Auch mit kleinem Budget können wir der „Fleischeslust“ frönen, wohl dosiert. Und dieses junge Team darf auf seine Arbeit stolz sein und verdient es, zusammen mit den anderen Betreibern der Markthalle unterstützt zu werden!

Ein rundes Angebot in der Markthalle Köln im Belgischen Viertel

Christophe Collin von „Terre de Provence“ schräg gegenüber vom Metzger und neben dem Bäcker, bietet Käsespezialitäten an. Wie ich gehört habe, war er früher in Frankreich als Schäfer tätig und beherrscht auch selbst die Käseherstellung. Bei „Der Brotspezialist“ habe ich zunächst einmal ein Eiweißbrot erstanden und zuhause mit Genuss gegessen. Mir wurde erzählt, dass die Traditionsbäckerei Roggen- und Dinkelvollkornmehl vor der Teigherstellung frisch mahlt, um die Vitamine bestmöglich zu erhalten. Am Stand werden Waffeln frisch gebacken und für 1,50/Stck. (Stand 02/2018) verkauft. Sehr verführerisch. Nach einem Stand mit ausgewählten Ölen und anderen Leckereien befindet sich am Ende des Obergeschosses ein gut sortierter Obst- und Gemüsestand mit knackigem Salatangebot. Und an zwei Tagen in der Woche steht im Hof vor der Markthalle ein mobiler Fischstand.

Das „Dreigang Restaurant“ im Untergeschoss werde ich bei einem meiner nächsten Besuche noch testen, genau wie den herrlich duftenden Kaffee aus der Espressobar von oben. – Dieses Mal hatte ich die Gelegenheit, sehr feines, mildes, roh fermentiertes (milchsauervergorenes) und phantastisch gewürztes, knackiges Wurzelgemüse und Kohl im Untergeschoss bei Nu´s Fermentiert zu kosten und wurde sehr kompetent beraten. – Ihr wisst ja, dass ich eine ganz besondere Vorliebe für Kohl in allen Variationen habe, was ich hier auf dem Blog bereits geschrieben habe.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Fermentiertes Gemüse in Gläschen von Nu´s

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Biere, Weine, Eistees, Schokolade – 02/2018

Sehr begeistert hat mich, dass ich am gleichen Stand mit Nu´s  fermentierten Gemüsen spezielle Biere, die in Kölns kleinster Brauerei „braustelle“ gebraut werden, gefunden habe. Und auch ganz phantasievolle, kaltgepresste Saftmischungen und Säfte von kaltpresse.de  (beim Ingwersaft mit Zitrone hätte mein serbischer Opa sicherlich mindestens dreimal „Joj“ gesagt). Sehr empfehlenswert! Den kaltgepressten Säften und Smoothies ist Eines gemeinsam:  sehr hohe Nährstoffdichte und ein köstlich-frischer Geschmack! Die Biere, die mein Sohn Jan kennt und schätzt, heißen z.B. „Pink Panther“ (mildes, fruchtiges Ale mit Hibiscusblüten gebraut) oder Helios (eine Hommage an den Leuchtturm der ehemaligen Firma „Helios“ in Köln-Ehrenfeld) und werden von „braustelle“ gebraut. Ich muss dringend mal probieren. Opa Alfi´s feinherbe, nur mit etwas Ahornsirup und Saft in Bioqualität frischgebraute, in Flaschen gefüllte, Eistees runden neben einem feinen Pfälzer Weinsortiment von IMI Winery und Schokolade den gelungenen Gemeinschaftsstand ab. Im Eingang verströmen die bunten Blumen von „Pusteblume“ und die „Espressobar“ einen köstlichen Duft. Ich hoffe, ich habe nichts übersehen.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Blumenladen Pusteblume am Eingang, links Espressobar

Nun wünsche ich euch ein schönes Einkaufserlebnis im Belgischen Viertel, das sich gut z.B. mit einem Bummel über den Neumarkt und der Geschichte des berühmten Kölner Sängers Willi Ostermann und dessen letztem Wohnort und/oder dem Besuch des Käthe-Kollwitz- oder Rautenstrauch-Joest Museums, also einigen meiner Lieblingsorte in Köln, verbinden lässt. Viel Spaß! Hier findet ihr die Öffnungszeiten der Markthalle und weitere Infos.