14 Mai

Juttas Suppenküche e. V. in Köln – seit 1997

Juttas Suppenküche in Köln seit 1997

Juttas Suppenküche e. V. auf der Domplatte  wurde 1997 von Jutta Schulte ins Leben gerufen und verteilt direkt gegenüber dem Kölner Dom vor dem Domforum bei jedem Wetter an jedem 2. Freitag im Monat ab 15.00 Uhr ein kostenloses, warmes Essen, von Firmen gespendete Lebensmittel und Tiernahrung, aber auch – wenn vorhanden – Kleidung u. v. m. an Bedürftige. – Stopp Kölsche, Touristen, Alle! Geht nicht einfach vorbei. Bleibt stehen und helft, wenn ihr helfen könnt. Auch Zuhören hilft!

Juttas Suppenküche e. V. in Köln – seit 1997 – die Lebensmittel werden sorgsam aufgestellt

Wie ich von Juttas Suppenküche e. V. erfahren habe und meine Begegnung mit einem Wohnungslosen

Als ich gestern am Fairteiler bei der alten Brandschutzdirektion nahe Ebertplatz ein paar Lebensmittel gegen ein Vollkornbrot tauschte, waren die mitgebrachten Sachen ratzfatz weg. Vor allem ein paar Tütchen Fertigcappucino, die ich in der Apotheke geschenkt bekommen hatte, erfreuten sich größter Beliebtheit. Warum? Weil Menschen ohne Wohnsitz, die regelmäßig den Fairteiler besuchen, absolut scharf darauf waren! – Ich kam mit einem Herrn ins Gespräch und wir unterhielten uns über eine Stunde. Ich an ein kvB-Fahrrad, das mit Monatsabo seit 1.03.2018 kostenlos ausgeliehen werden kann, und er an sein schon älteres Rad, an dem ein halbes Pedal fehlt, gelehnt.

Selten habe ich mich mit einem mir völlig fremden Menschen in so kurzer Zeit so intensiv über wirklich sehr persönliche Dinge unterhalten. Ich bin ja ein Mensch, der gerne hinter die Kulissen schaut und so lange nachbohrt, bis mein Wissensdurst gestillt ist. Ich sagte dem Mann, er brauche nicht zu antworten, wenn die Fragen zu indiskret seien, worüber er lachte. Ich sagte ihm ganz offen, dass er trotz seines Lebens auf der Straße doch relativ gepflegt auf mich wirke. Daraufhin erzählte er mir über seinen Alltag und wie er sein Leben in Köln als Wohnungsloser gestaltet. Er ist 65 Jahre alt und lebt, seit er 36 Jahre alt ist, mit einigen Unterbrechungen auf der Straße. Auf eigenen Wunsch. Er erhält keinerlei finanzielle Unterstützung und verfügt durch etwas Pfandflaschen sammeln am Wochenende und kleine Hilfsleistungen für Bedürftige, wie z. B. einfache Fahrradreparaturen, über ungefähr 30,– EURO Bargeld im Monat. Damit sei er zufrieden. Den skurrilen Ort, wo er sich und seine Wäsche im Eimer wäscht, verrate ich nicht. Im Winter habe er mehrere Schichten Kleidung an, da wäre es schwieriger, bis das alles unten sei. Ihm ginge es aber gut, sagt er, er habe draussen unter einer Plane einen festen Platz zum Schlafen, den er sich recht gemütlich eingerichtet habe. Dort sei er geduldet und ein Restaurant in der Nähe versorgt ihn sogar regelmäßig mit übrig gebliebenem Essen und habe ihm sogar schon auf seinen Wunsch hin etwas aus mitgebrachten Zutaten zubereitet. Er revanchiere sich durch Mithilfe im Außenbereich, da er sich mit Gartenarbeit gut auskennt. – Einzig vor 2 Jahren habe er sich das Bein gebrochen und nach 10 Tagen im Krankenhaus hätte er 4 Wochen bei seinem Sohn unterkommen können; aber danach sei es doch einige Monate noch schwierig gewesen bis der Bruch vollständig ausgeheilt war. – Er meinte, dass man alles organisieren könne. Er habe ja Zeit und könne dadurch auch viele kostenlose Termine wahrnehmen. Er sei sogar schon mehrmals für einige Tage in Urlaub gewesen, von einem Kloster würde das jedes Jahr angeboten werden. Er helfe dort im Klostergarten. Und Opa sei er auch. Das dritte Enkelkind, ein Mädchen, werde demnächst geboren.

Mein Blog „Vita Oeconomica“ wendet sich auch besonders an Menschen mit geringerem Einkommen und ich war erstaunt über das Wissen dieses Mannes, kostenlos oder für wenig Geld an Lebensnotwendiges zu kommen. Er hat sämtliche Termine und Orte im Kopf, wo z. B. Lebensmittel oder warme Mahlzeiten kostenlos verteilt werden, wo es günstige Kleidung gibt oder wie Menschen mit Köln Pass, Behinderung oder bedürftige Alte mit kleiner Rente kostenlose Kulturangebote genießen können. Ich habe gemerkt, dass er sehr an Kultur interessiert ist und Fan eines ganz bestimmten Museums ist.

Gelegentlich bekommt er Lebensmittel, die für seine Lebenssituation nicht so gut geeignet sind, da er dort, wo er „wohnt“ leider nicht kochen kann. Diese tauscht er dann gegen für ihn besser geeignete. Einen richtig guten selbst gemachten Kartoffelsalat – den würde er sich mal wieder wünschen. (Diesen Wunsch werde ich ihm mal als Überraschung erfüllen. Und ein gebügeltes Hemd dazu legen; denn ich weiß ungefähr, wo er „wohnt“).

Über Juttas Suppenküche e. V. in Köln seit 1997

Er erzählte mir, dass freitags alle 2 Wochen eine kostenlose Essensverteilung auf der Domplatte, direkt vor dem Domforum, stattfinde. Juttas Suppenküche sei sein nächstes Ziel an diesem Tag. Eine warme Mahlzeit, vielleicht noch ein paar Lebensmittel mitnehmen. Ich solle doch mitkommen. Spontan fuhr ich gegen 15.00 Uhr nach zur Domplatte. Ich wollte unbedingt Jutta sehen und schauen, ob die Suppenküche ein Fall für Vita Oeconomica sein könnte. Zunächst dachte ich ja, es würde jemand auftreten, da sich eine große Menschentraube gebildet hatte. Doch als ich näher kam, entdeckte ich vor einem zwischen Laternenmasten angebrachten Absperrband in einer langen Reihe sitzende Rollstuhlfahrer oder auf dem Rollator sitzende, aus Plastikschalen essende, Menschen. Andere saßen auf dem Mäuerchen oder standen um die Ecke, ebenfalls mit Eintopf und Brötchen. Hinter dem an drei Seiten hängenden Absperrband waren Kisten voller Lebensmittel sauber in Reih und Glied aufgereiht und am Eingang der Absperrung schöpfte mit einer langen Suppenkelle eine quirlige Frau in Fleecejacke: die besagte, legendäre „Jutta“ (die Suppenküchengründerin Jutta Schulte), die den Verein seit 1997 am Leben erhält und managt, mit einigen Helfern aus einem auf einem Klapptisch stehenden großen Topf den von Peters Brauhaus gespendeten Eintopf in Plastikschalen.

Juttas Suppenküche in Köln - seit 1997

Juttas Suppenküche e. V.  in Köln – seit 1997 – geht nicht einfach weiter.

Auch mir wurde völlig unbürokratisch Eintopf angeboten, was ich jedoch ablehnte, da ich ja nur gekommen war, um mich zu informieren und nicht um jemanden das Essen wegzufuttern. Ich stellte mich also bei Jutta und einigen ihrer HelferInnen vor und fragte, ob ich einige Fotos machen und in meinem Blog über dieses Angebot berichten dürfte. „Aber klar“, kam die Antwort sofort „und wir sind alle hier per Du“. Die Gesichter einiger zunächst etwas skeptisch dreinblickender HelferInnen wurden freundlich und ich hatte das Gefühl, dass sich einige Akteure gerne fotografieren ließen und stolz auf ihre Arbeit waren. Zu Recht! Die Helfer waren sehr beschäftigt. In der kurzen Zeit konnte ich erfahren, dass es langjährige, treue HelferInnen gibt und natürlich immer gerne neue willkommen sind. Die große Zahl Hilfsbedürftiger sei stets gewachsen, die Zahl der Obdachlosen, die regelmäßig kommen, habe sich zwar verringert, aber es seien stetig mehr Menschen mit geringem Einkommen, Hartz IV-Empfänger, Rentner mit zu geringer Rente, Behinderte und auch immer mehr Flüchtlinge hinzu gekommen. Ein großes Lob an dieser Stelle an die Betreiber des Domforums, die das rege Treiben vor ihrer Einrichtung dulden und die großzügigen Spender!

Juttas Suppenküche in Köln – seit 1997 – das gespendete Lebensmittelangebot ist sehr umfangreich und wird fein säuberlich für den Andrang vorbereitet

Auf einer Seite unter den Säulen entdeckte ich viele Menschen, die mit ihrem Hackenporsche oder Taschen da waren und kam auch mit ihnen schnell ins Gespräch. Darunter befand sich eine Frau, die an diesem Tag 55 Jahre alt geworden war und auf Erdbeeren als Obstspende hoffte, da sie sich am Sonntag zum Geburtstag und Muttertag einen Erdbeerkuchen machen wollte. Ihre Begleiterin erzählte mir, sie sei 58 Jahre alt und habe 2 Jahre lang gebraucht, bis sie sich getraut habe, öffentlich auf der Domplatte um Essen anzustehen. Sie habe sich zu sehr geschämt, aber mit ihrer Bekannten ginge es leichter. – Am liebsten hätte ich laut losgeheult und all den Wartenden ein fettes Stück Erdbeerkuchen mit gaaanz viel Sahne spendiert und das Geburtstagskind hochleben lassen. – Spätestens da beschloss ich, hier auf meinem Blog auf die Armut mitten in einer deutschen Großstadt hinzuweisen und Menschen zu bitten, Juttas Suppenküche zu unterstützen. Und ungenutzte Schlafsäcke und Isomatten meines Sohnes Jan aus dem Keller zu holen und zu spenden. Es war mittlerweile nach 15.00 Uhr und manche waren schon seit 9.15 Uhr bzw. 11.00 Uhr da; denn bei Juttas Suppenküche gibt es eine ganz bestimmte Abfolge, die keinerlei Ellbogentaktik unterstützt und an die sich alle halten, wie ich bei meinem Besuch beobachten konnte. Versucht jemand, sich vorzudrängen, hat Jutta dies ganz schnell im Blick und beendet den Versuch ratzfatz mit Nachdruck. Es werden laminierte Nummern verteilt. Die Bedürftigen bekommen einen dicken schwarzen Punkt aufs Handgelenk gemalt und wenn das Essen in einer bestimmten Choreographie (zuerst die „Rollis“ und Obdachlosen) verteilt ist, werden die Wartenummern aufgerufen und die Lebensmittel und andere Dinge, sofern vorhanden, verteilt.

Die geduldig wartenden Menschen dürfen sich dann aus dem erstaunlich vielfältigen Lebensmittelangebot einiges aussuchen. Wer also früh da ist, hat eine größere Auswahl. Ich sah Gemüse, Quark, Joghurt, abgepackten Käse und Wurst, Kakao in Flaschen, eine Palette Chips und sogar Tiernahrung und Einiges mehr. Die Lebensmittel werden regelmäßig gespendet. Es handelt sich um einwandfreie, frische Ware oder kurz vor MHD. Es werde aber auch ab und an Kleidung, wärmende Decken und Schlafsäcke für auf der Straße lebende Menschen verteilt. Sogar neue Schuhe, für Manche die ersten neuen ihres Lebens, habe man schon für wenig Geld kaufen und verteilen können. Auch die Tiere Wohnungsloser werden durch Tierfutterspenden mitversorgt. Ein Tierarzt unterstützt den Verein ebenfalls tatkräftig. Und mit den Spenden kauft Jutta, was am allerdringendsten benötigt wird und bezahlt oftmals sogar aus eigener Tasche. Die „Suppe“ bzw. der Eintopf wird von Peters Brauhaus am Alter Markt frisch gekocht und gespendet und wird von den Helfern abgeholt.

Wie könnt Ihr Juttas Suppenküche e.V. helfen?

Voller Enthusiasmus und völlig unaufdringlich sammelten 2 Frauen Spenden für Juttas Suppenküche. Und für mich war absolut klar: meine Latte und Auszeit in einem meiner Lieblingscafés nebst Leute gucken bei dem schönen Wetter würde heute ausfallen; ich hätte es nie übers Herz gebracht, dieser engagierten, wunderbaren Organisation, die seit Jahren unbürokratisch regelmäßig dort hilft, wo der Hunger brennt und die Not groß ist, während unsere PolitikerInnen ewig lang in piekfeinen Schlössern, bei der Zugspitze oder in Hotelpalästen sondieren und diskutieren, nicht wenigstens ein paar EURO zu spenden.

Juttas Suppenküche – mit den gesammelten Spenden wird das Allernötigste dazugekauft.

So saß ich später halt mit meinem mitgebrachten kalten Tee auf einem Mäuerchen und beobachtete ohne Latte das erstaunlich gesittete, durchorganisierte, bunte Treiben vor dem Dom. Mir wurde fast schwindelig von all den Gegensätzen, die ich sah: auf der einen Seite durchgestylte, Selfies machende Menschen aus aller Welt und ein paar Meter weiter die geduldig in einer Reihe sitzenden, wartenden Rollstuhlfahrer, hungrige Menschen mit Eintopf in der Hand und Leute mit Hackenporsche und Einkaufstaschen. Ja, die Domplatte hat schon seit Jahrhunderten viel gesehen. Aber wahrscheinlich selten so viel Hilfsbereitschaft wie von Juttas Suppenküche e. V.  Allein die Erinnerung an den Anblick der langen Warteschlange tut mir heute noch weh und rührt mich zu Tränen. Und deshalb sitze ich jetzt hier und schreibe diesen Artikel, damit ihn ganz viele Menschen lesen können, die Juttas Suppenküche etwas Gutes tun können und wollen. Wie ihr spenden könnt und sogar eine Spendenquittung fürs Finanzamt bekommt, erfahrt ihr weiter unten.

Wer nichts spenden kann, kann Bedürftige auf dieses Angebot hinweisen und sie dazu animieren, sich nicht zu schämen und zu Jutta zu gehen. Und helfende Hände können Jutta und ihr Team ebenfalls gebrauchen. Ihr könnt euch auf Juttas Website melden.

Weitere Informationen über Voraussetzungen, welcher Personenkreis Unterstützung bekommt oder wie ihr selbst helfen oder spenden könnt, erfahrt ihr hier unter „Juttas Suppenküche“.

21 Feb

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch kostenlos

Philharmonie Köln - Deckenkonstruktion

Beim kostenlosen PhilharmonieLunch in der Kölner Philharmonie gibt es zwar nichts für den Magen, aber umso mehr für die Ohren. Und das fast jeden Donnerstag! Das Projekt PhilharmonieLunch wird von der Köln Musik in Zusammenarbeit mit dem WDR Sinfonieorchester Köln und dem Gürzenich-Orchester Köln ermöglicht.

Die Philharmonie Köln bietet fast jeden Donnerstag den kostenfreien PhilharmonieLunch

An vielen Donnerstagen bietet die Kölner Philharmonie allen Musikinteressierten ab frühestens 3 Jahren die Möglichkeit, eine halbe Stunde kostenlos Proben beizuwohnen. Die Musikerinnen und Musiker, Dirigenten und Künstler treten in Alltagskleidung auf, was  dem Musikgenuss absolut keinen Abbruch tut. Geprobt werden normalerweise Stücke, die zeitnah zur Aufführung anstehen, sodass es möglich ist, sich schon mal in eine Aufführung probeweise „reinzuhören“ oder wenigstens eine halbe Stunde der anstehenden Aufführungen zu erleben, falls die Karten bereits ausverkauft sein sollten.

Philharmonie Köln - Deckenkonstruktion

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch – Deckenkonstruktion

Der PhilharmonieLunch ist ein wahrer Ohren- und Augenschmaus und daher sehr beliebt. Seit Herbst 2018 gelten neue Veranstaltungszeiten. Der PhilharmonieLunch beginnt um 12.00 Uhr, also solltet ihr spätestens um 11.30 da sein.

Uups, dachte ich, als ich super pünktlich auf der Treppe zwischen Museum Ludwig und Römisch-Germanischem Museum neben dem neu angelegten Kurt-Hackenberg-Platz stand und die lange Warteschlange erblickte. Meine Sorge, keinen Platz mehr zu erwischen, erwies sich dann als völlig unbegründet. Nachdem die Türen geöffnet waren, verteilte sich das Publikum rasch auf den verschiedenen Stockwerken. Nach Saalöffnung fand  ich einen sehr schönen Platz mit gutem Blick. Der Saal füllte sich zu schätzungsweise 90 %. Zu meinem Erstaunen gab der Dirigent sogar eine kurze Einführung, was ich nicht erwartet hatte. Und schon ging es los. Es war ein ganz wunderbares Erlebnis und ich fühlte mich reich beschenkt. Der einzige Wermutstropfen: Die halbe Stunde ging viel zu schnell vorbei! Seither besuche ich den PhilharmonieLunch wann immer ich kann und entwickle langsam ein gewisses Gespür für die verschiedenen Dirigenten und beobachte für mein Leben gern die Musiker bei ihrem Spiel.

Philharmonie Köln - PhilharmonieLunch

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch – Keine Panik! Die Warteschlange löst sich rasch auf.

Philharmonie Köln - PhilharmonieLunch

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch, gleich gehts los!

PhilharmonieLunch mit kostenlosem Besuch der Städtischen Kölner Museen und noch mehr Kultur verbinden

Es lohnt sich unbedingt, an einem Donnerstag den Besuch des PhilharmonieLunchs mit einem Spaziergang in der Altstadt oder am Rhein entlang zu verbinden und im Anschluss eines der sehenswerten Kölner Museen zu erkunden, was ebenfalls bei Beachtung diverser Regeln kostenlos möglich ist. Welche Personengruppen an den meisten ersten Donnerstagen des Monats bzw. sogar die ganze Woche über freien Eintritt zu den Städtischen Kölner Museen haben, findet ihr auf meinem Beitrag „Kölner Museen kostenlos besuchen“.

Ich selbst habe den PhilharmonieLunch bei meinen Recherchen zum Filmforum entdeckt und gleich eine Bereicherung für Vita Oeconomica gewittert; denn die KölnMusik bietet in Kooperation mit der Kino Gesellschaft Köln z.B. Stummfilme mit Livemusik, Dokumentationen über Filmmusikkomponisten oder auch Filme mit besonderer Musik und Musikerportraits an. Auf meinem Blog findet ihr Infos zum Filmforum Köln und eine Verlinkung zum Veranstaltungsplan.

Kaffee trinken und Essen gehen sind auch noch drin

Mit etwas Planung könnt ihr also viel Kultur in Köln kostenlos genießen und euch sogar noch einen Café- oder Restaurantbesuch leisten. Und Sightseeing ist auch dabei! Unweit der Kölner Philharmonie und einiger Museen befinden sich ein paar empfehlenswerte Cafés und Restaurants, die ich meistens durch Zufall oder auf Empfehlung von Freunden entdeckt habe und die preislich angenehm und gut zu Fuß oder nach kurzer Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Hier einige Vorschläge.

Eine schöne Möglichkeit für Senioren, den PhilharmonieLunch mit einem vorherigen Frühstück oder einem anschließenden Beisammensein zu erleben und Leute kennenzulernen, habe ich auf feierabend.de gefunden.

Ich wünsche euch ein wunderbares Hörvergnügen und freue mich, wenn ihr eine besonders schöne musikalische halbe Stunde in der Philharmonie Köln erlebt und mit den anderen kulturellen und kulinarischen Vorschlägen auf meiner Seite miteinander kombinieren könnt. Viel Spaß!

Mehr Informationen zum PhilharmonieLunch.

12 Sep

Kölner Museen kostenlos besuchen

Kölner Museen kostenlos besuchen können alle KölnerInnen und alle Schüler jeweils am 1. Donnerstag (Köln-Tag) eines Monats. Diese Regelung bezieht sich auf die unten genannten städtischen Kölner Museen. Für KölnPass Inhaber, Geburtstagskinder und unter 18-Jährige ist der Besuch sogar an jedem Eintrittstag kostenlos! Als Eintrittskarte reicht der Personalausweis oder ein vergleichbares Dokument. – Habt ihr das gewusst? Der kostenlose Eintritt gilt für die Ständigen Sammlungen der städtischen Kölner Museen. Feiertage und Sonderausstellungen sind ausgenommen. Für Sonderausstellungen gilt der reguläre Eintrittspreis.

Durchgang zwischen den Museen

Kölner Museen kostenlos besuchen – Durchgang zwischen den Museen mit Blick auf Kölner Hauptbahnhof – wenige Meter weiter der erste Trinkbrunnen Kölns am 2018 neu angelegten Kurt-Hackenberg-Platz

Gabriele Münter Malen ohne Umschweife 15. Septem­ber 2018 – 13. Jan­uar 2019 Eröff­nung: Fre­i­tag, 14. Septem­ber 2018, 19 Uhr. Gabriele Mün­ter (1877–1962) war eine zen­trale Kün­stler­fig­ur des deutschen Ex­pres­sion­is­mus und der Kün­st­ler­gruppe „Der Blaue Reit­er“, deren Grün­dung in Mün­ters Haus in Mur­nau statt­fand. Über ihre Rolle als en­gagierte Per­sön­lichkeit, Ver­mitt­lerin und langjährige Lebens­ge­fährtin Wass­i­ly Kandin­skys hi­naus, zeigt diese Ausstel­lung wie wichtig und ei­gen­ständig Gabriele Mün­ter als Ma­lerin war. Er­st­ma­lig wer­den der Öf­fentlichkeit über 100 Gemälde präsen­tiert, die ei­nen neuen Blick auf diese starke Kün­st­lerin er­lauben.

Es gibt neun städtische Kölner Museen, die die Stadt aus eigenem Etat pflegt! Neben dem Kölner Dom, den Zeugnissen der römischen Zeit, den romanischen Kirchen und einer bunten Kulturszene gibt es noch jede Menge Kunst und Kultur zu entdecken. Und da vita-oeconomica eine Seite ist, die sich besonders an Menschen mit kleinerem Budget wendet, freue ich mich, dass Kölnern und allen Schülern die Möglichkeit geboten wird, die städtischen Kölner Museen kostenlos zu besuchen und Kultur zu geniessen.

Kölner Museen kostenlos besuchen

Aufstellung der städtischen Kölner Museen

  • Museum Ludwig
  • Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
  • Römisch-Germanisches Museum
  • Museum für Angewandte Kunst
  • Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt
  • Museum Schnütgen
  • Museum für Ostasiatische Kunst
  • Kölnisches Stadtmuseum
  • NS-Dokumentationszentrum
  • Praetorium

Wer noch kann die genannten Kölner Museen kostenlos besuchen?

Kostenloser Eintritt außerdem an jedem Öffnungstag  in die Ständigen Sammlungen der städtischen Kölner Museen für folgende Personengruppen:

  • KölnPass-Inhaberinnen und -Inhaber
  • Schülerinnen und Schüler – nicht nur aus Köln
  • unter 18-jährige Kölnerinnen und Kölner
  • Kölnerinnen und Kölner am Tag ihres Geburtstags

Als Eintrittskarte gilt der KölnPass, der Schülerausweis oder der Personalausweis. Öffnungszeiten findet ihr auf den Seiten der Stadt Köln.

Kölner Museen kostenlos besuchen. Originalgetreu nachgebauter Reisspeicher im Rautenstrauch-Joest -Museum

Auf meinen monatlichen Museumstag freue ich mich schon Tage vorher und versuche, den kostenlosen PhilharmonieLunch mit einzubeziehen! Ich bereite mich ein wenig vor; denn die meisten Museen haben gemeinsam, dass sie sehr weitläufig sind. Eine grobe Planung ist daher sinnvoll, um zum einen aufnahmefähig zu bleiben und zum anderen die Füße etwas zu schonen. In den Cafeterias der Museen mache ich gerne zwischendurch ein Päuschen. Das gehört dazu! – Ich habe ja den Eintritt gespart…  Im Rautenstrauch-Joest-Museum und im MAKK (Museum für Angewandte Kunst) hat es mir gleich so gut gefallen, dass ich mehrfach dort war.

Ich liebe auch das Käthe Kollwitz Museum, das allerdings nicht zu den städtischen Museen gehört, sondern unter Trägerschaft der Kreissparkasse ist. Daher muss dort immer Eintritt bezahlt werden, wobei dieser sehr human ist und auch Ermäßigungen gewährt werden. Der Besuch lohnt sich! Käthe Kollwitz, die 2017 ihren 150. Geburtstag gehabt hätte, und zeitlebens mit ihrer Kunst Krieg, Hunger, Tod, Armut, politische Verhältnisse und persönliche Verluste verarbeitet hat, ist m.E. heute aktueller denn je!

Kölner Museen – Käthe-Kollwitz-Museum. Ein Werk von Käthe Kollwitz.

Meine Lieblings-Orte, Cafés und Restaurants in der Nähe der Kölner Museen

Vielleicht liegt meine Vorliebe für diese drei Museen darin begründet, dass ich so ganz nebenbei in der Nähe weitere besondere Orte für mich rein zufällig und quasi im Vorbeigehen entdeckt habe, auf die ich als Neu-Kölnerin und schwäbische Älblerin sonst gar nicht oder viel später aufmerksam geworden wäre. Gleich neben der Philharmonie befindet sich der 2018 neu angelegte Kurt-Hackenberg-Platz mit Kölns erstem künstlerisch gestalteten Trinkbrunnen, wo man sich auf steinernen Sitzmodulen aus Urgestein aus dem Bergischen gemütlich ausruhen und ein Schlückchen Wasser aus dem Trinkbrunnen schlürfen kann. In der Nähe habe ich eins meiner Lieblingscafes in der Kölner Innenstadt, wo häufig Ausstellungen und Vernissagen abgehalten werden (ganz in der Nähe des MAKK und des Kölner Domes gelegen), gefunden. Wer den ganzen Tag Zeit hat und außer auf Kultur noch auf Anderes Lust hat, kann den Köln-Tag z. B. mit dem Besuch eines der Kölner Wochenmärkte verbinden oder das GalerieArt-Cafe in Domnähe besuchen. Im stylischen Café können regelmäßig variierende Ausstellungen betrachtet werden. Abends finden häufig Vernissagen statt und man kommt schnell mit Künstlern und Besuchern ins Gespräch. Bei Tee- und Kaffeespezialitäten, Kuchen oder Eis zu äußerst fairen Preisen könnt ihr euch mitten in Köln ein wenig vom „Kulturstress“ ausruhen. Durch die großen Fenster lassen sich auch herrlich vorbeiflanierende Leute beobachten. Oder ihr setzt euch bei schönem Wetter an einen der Aussentische.

Kölner Museen kostenlos besuchen – Päuschen im Galerie ArtCafe nahe MAK

Und in der Nähe des Rautenstrauch-Joest Museums entdeckte ich in der Neumarkt Passage unterhalb des Käthe Kollwitz Museums

Kölner Museen kostenlos besuchen – Brunnen in der Neumarkt Passage unterhalb des Käthe Kollwitz Museums

diesen schönen Brunnen sowie einen herrlich angelegten privaten Garten zwischen Rautenstrauch-Joest-Museum und Agrippabad. Nicht zu vergessen die Gedenktafel von Willi Ostermann am Neumarkt. – Ich staune immer wieder, dass viele meiner Kölner Bekannten diese schönen Ecken (noch) gar nicht kennen oder bewusst wahrgenommen haben.

In den Museen gibt es abschließbare kostenlose Schränke, wo ihr eventuelle Mitbringsel und Einkäufe einschliessen bzw. „zwischenparken“ könnt.

Café „Villa Mathilde“ in Deutz

Wer nach Kultur oder dazwischen Lust auf einen Abstecher in ein wunderbar originelles Café mit Omas Wohnzimmercharme hat, überquert entweder zu Fuß die Deutzer Brücke oder nimmt die Straßenbahn bis zur Deutzer Freiheit. Von dort aus sind es nur wenige Gehminuten an St. Heribert, auch Düxer (Deutzer) Dom genannt (dreischiffige Pfeilerbasilika mit Heribertschrein, wo die Reliquien des Erzbischofs Heribert von Köln aufbewahrt werden), vorbei bis zum Café „Villa Mathilde“ in der Mathildenstraße 27.  Der Besitzer hat das Café derart liebevoll und detailverliebt eingerichtet, dass ich mich gleich in dieses Kleinod mit seinen gemütlichen Sitzgelegenheiten, Sesseln und Sofas, verliebt habe.  Was mir ganz besonders positiv aufgefallen ist: Durch die Anordnung des Mobiliars kann man gar nicht anders als mit anderen Gästen ins Gespräch zu kommen. Der Wirt hätte locker noch ein oder zwei Tische in das kleine Café stellen können, hat sich aber ganz offensichtlich für mehr Atmosphäre und weniger Umsatz entschieden. Das gefällt mir ganz besonders gut!

Kölner Museen kostenlos besuchen – Café Villa Mathilde in Deutz

Wir sind sehr freundlich vom Eigentümer bedient worden. Die Speisekarte bietet diverse Frühstücksvarianten, Waffeln am Wochenende, Kaffeespezialitäten, Tees und feine Kuchen und auch eine Auswahl an regional gebrauten Bieren und Erfrischungsgetränken. Die hochwertigen Kaffees werden von Schamong, der ältesten Kölner Kaffeerösterei, bezogen. Außerdem gibt es herzhafte Suppen und Eintöpfe. Die Preise sind moderat. Monika und Bernd, meine Nachbarn und Bekannten, hatten mir schon vor einiger Zeit dieses Café empfohlen und endlich war ich dort. – Ich muss euch an dieser Stelle, und ich kann es einfach nicht bleiben lassen, noch von der blitzsauberen, phantastischen Toilette berichten. Wäre das Café selbst nicht so gemütlich und wäre ich nicht in Begleitung gewesen, hätte ich echte Schwierigkeiten gehabt, mich von diesem Örtchen loszureißen. Es gibt soooo viel zu gucken… Vom Spitzendeckchen, über Haarpflegeutensilien bis hin zu der nostalgisch verpackten Flüssigseife namens „Muttis Spucke“. Ach, mir ist nach dieser Entdeckung richtig das Herz aufgegangen und spätestens da wusste ich: Das ist ein Fall für Vita Oeconomica! – Ein Besuch ist also ein absolutes Muss! – Finde ich. Schaut am besten mal persönlich bei Villa Mathilde vorbei und genießt die zauberhafte, angenehme  Atmosphäre. Letzte Woche war ich wieder in der Villa Mathilde und habe ein für mich neues, sooo köstliches Getränk gefunden: Wostok Limo Lavendel-Rosmarin. Meine Begleiterin Ela fühlte sich in diesem „Wohnzimmer-Café“ ebenfalls sofort wohl.

Kölner Museen kostenlos besuchen – Café Villa Mathilde in Deutz

Kölns älteste Kaffeerösterei Schamong in Ehrenfeld

Und da ich, wie ihr wisst, gerne den Dingen auf den Grund gehe und neugierig bin, habe ich auf meiner Agenda den Besuch der Kaffeerösterei Schamong in der Venloer Straße 535 in Köln Ehrenfeld vermerkt und war in der Zwischenzeit dort. Schaut euch die Bilder an, es ist ein Ort mit viel Atmosphäre und engagiertem und freundlichen Personal. Ein paar wenige Plätze laden zum Verweilen ein und ich kam sofort mit anderen Gästen ins Gespräch. Ganz toll finde ich, dass die angebotenen Kaffees alle auch tassenweise bestellt werden können, bevor man sich für eine Sorte entscheidet, die dann frisch nach Wunsch gemahlen wird. Ich habe mich für „Ehrenfeld Spezial“, eine eher milde Mischung, entschieden. Vom Hielscher Hof kommt die frische Biomilch. Eine kleine Auswahl an Keksen wird ebenfalls angeboten. – Guter Kaffee, schöne Atmosphäre und viel zu gucken. Was will man mehr? Geröstet wird vorwiegend bis etwa 14.00 Uhr.

Schamong Kaffeerösterei und Café in Köln-Ehrenfeld

Schamong Kaffeerösterei und Café in Köln-Ehrenfeld

In der Schamong Kaffeerösterei gibt viel zu entdecken

In der Schamong Kaffeerösterei in Ehrenfeld gibt es viel zu entdecken

Nun ist die Schamong Rösterei etwas entfernt von den Städtischen Museen, kann aber perfekt mit einem Besuch des Wochenmarktes In Köln Ehrenfeld auf dem Neptunplatz oder einem Abstecher in Kölns kleinste Brauerei, dem „braustelle“, die u.a. die neue Markthalle beliefert, verbunden werden, wenn ihr nicht den ganzen Tag in den Museen verbringen wollt. Oder ihr fahrt einfach mal nach Ehrenfeld, wo es noch viel mehr zu entdecken gibt.

Qing Dao an der Deutzer Freiheit – chinesische Spezialitäten und Buffet in der Nähe einiger Kölner Museen

Bei einem meiner Streifzüge und Recherchen zum Wochenmarkt in Deutz fand ich mit hungrigem Magen rein zufällig direkt gegenüber der Straßenbahnhaltestelle „Deutzer Freiheit“ das ganz bezaubernde chinesische Restaurant „Qing Dao“.

Kölner Museen kostenlos besuchen – Stärkung zwischendurch im China Restaurant Qing Dao an der Deutzer Freiheit

Das vielseitige Angebot umfasst ein tägliches Mittagsbuffet zwischen 11.30 – 15.00 Uhr und Abendessen von 17.30 bis 23.00 Uhr zu äußerst attraktiven Preisen (bei Abholung werden 10 % Rabatt gewährt, keine Lieferung). Adresse: Mindener Str. 4, 50679 Köln-Deutz. – Ein Blick auf die Speisekarte und eine kurze Inaugenscheinnahme des appetitlich aufgemachten Buffets ließen mich sogleich vermuten: Das ist ein Fall für Vita Oeconomica! Die angebotenen Gerichte vom Buffet sind hochwertig, haben mir rundum sehr gut geschmeckt und werden ohne Glutamat zubereitet. Das sehr freundliche Personal, das noch ein wenig holprig deutsch spricht, nimmt sich Zeit, Fragen zu beantworten. Die Restaurantleiterin spricht gut Deutsch und umsorgt die Gäste aufmerksam. Es gibt neben verschiedenen Fleisch-, Geflügel- und vegetarischen Gerichten auch Meeresfrüchte, Suppe, Gemüse, Pilze, Salate, verschiedene Saucen, Obst, Kuchen, gebackenes Obst und Eis. Das Buffet kostet pro Person 7,50 EURO (Stand Januar 2018) und wer à la carte essen möchte, findet eine Fülle an auch besonders ausgefallenen Gerichten. Die Portionen sind gewaltig, wie ich gesehen habe. Original-Pekingente (schon ab 2 Personen!) mit dünnen Reispfannküchelchen werden neben einer Fülle exotisch anmutender Suppen und anderen wohlriechenden Speisen in großen Terrinen angeboten. Und was übrig bleibt, wird gerne für den Heimweg eingepackt.

Ein gutes Zeichen scheint mir zu sein, dass viele chinesische Gäste da sind.

Kölner Museen kostenlos besuchen – Stärkung zwischendurch im China Restaurant Qing Dao an der Deutzer Freiheit

Mein Fazit: absolut empfehlenswertes Lokal, besonders für das Mittagsbuffet von Montag bis Samstag, mit prima Verkehrsanbindung direkt an der Deutzer Freiheit oder fußläufig von der Stadt aus über die Deutzer Brücke erreichbar. Prima Lage, wenn ihr eine Tour durch Köln macht und am Rhein entlang gehen oder die Rheinterrassen sehen und/oder einige meiner Lieblingsorte in Köln besuchen wollt. Keine langen Wartezeiten, großes Angebot und angenehme Preise. Und um die Ecke liegt ein Biobäcker und findet an einigen Wochentagen einer der vielen Kölner Wochenmärkte statt. – Viel Spaß und guten Appetit!

Weitere meiner Lieblingsorte in Köln findet ihr hier.