19 Aug

Erster Trinkbrunnen in Köln auf dem Kurt-Hackenberg-Platz

Der erste Trinkbrunnen in Köln befindet sich seit Sommer 2018 auf dem lange Zeit vernachlässigten Kurt-Hackenberg-Platz im Durchgang vom Kölner Hauptbahnhof zur Altstadt, eingebettet zwischen Philharmonie, Museum Ludwig und Römisch-Germanischem Museum. Der Kurt-Hackenberg-Platz bot lange Zeit keinen schönen Anblick und musste stellenweise lange als Aufbewahrungsort für Baumaterial herhalten, obwohl der historische Bereich des Platzes zum Kulturbereich „Via Culturalis“, wo früher der Bischofsgarten stand, gehört.

Erster Trinkbrunnen in Köln auf dem Kurt-Hackenberg-Platz – vorne Teil der 22 m langen modularen Sitzelemente aus Grauwacke

Erster Trinkbrunnen in Köln – nahe städtischen Museen, Kölner Philharmonie, Dom und Film-Forum

Die Leser meines Blogs wissen, dass ich absoluter Fan des Kölner „Philharmonie Lunchs“ bin. Bei meinem letzten Besuch fiel mir auf, dass der Platz komplett begehbar und nicht mehr eingezäunt war und Bäume gepflanzt worden waren. Sogar steinerne Sitzgelegenheiten laden neuerdings zum Ausruhen ein. Der Brunnen war auch schnell entdeckt und ich hätte bei der Hitze gerne getrunken, traute mich aber mangels eines fehlenden „Trinkwasser-Schildes“ nicht. Meine Neugier war geweckt. Ein Fall für Vita-Oeconomica! Die Kölner Philharmonie, die städtischen Museen und das Film Forum, lauter Orte, die ich sehr mag und zu bestimmten Zeiten sogar kostenlos besuchen kann, und dann noch ein Ort, wo man sich ausruhen und seinen Durst löschen kann, perfekt! Wieder zuhause, fing ich an, über den Kurt-Hackenberg-Platz zu recherchieren. Der direkt vor dem Hotel Mondial gelegene Platz war, wie gesagt, ca. 15 Jahre vernachlässigt worden. Um den Kölner Bürgern einen angenehmen Ort im Durchgang zwischen Bahnhof und Altstadt zu bieten, gab die Stadt Köln eine Ausschreibung für die Neugestaltung des Kurt-Hackenberg-Platzes aus, die der Liechtensteiner Landschaftsarchitekt Günther Vogt gewann. Der Kurt-Hackenberg-Platz wurde nach seinen Plänen umgebaut.

Erster Trinkbrunnen in Köln auf dem Kurt-Hackenberg-Platz – beschattet von japanischen Schnurbäumen

Erster Trinkbrunnen in Köln auf dem Kurt-Hackenberg-Platz – im Hintergrund das Hotel Mondial

Erster Kölner Trinkbrunnen – Details

Der Platz wurde als puristischer Stadtgarten gestaltet und mit japanischen Schnurbäumen bepflanzt, um den Trinkenden Schatten zu spenden. Herzstück ist der aus drei Teilen bestehende, bronzene Trinkbrunnen. Der Brunnen soll als Instrument verstanden werden: das Brunnenelement mit Auffangschale, dem trichterartigen Hörelement und dem unterirdischen Resonanzkörper. Der Trinkbrunnen kann als Instrument, das Wasser als Spielerin oder Spieler verstanden werden. Zum Ausruhen dienen die beiden 22 m langen, an der Straße gelegenen, modularen Sitzelemente aus hochwertiger Grauwacke (regionales Urgestein aus dem Bergischen). Dort sitzend schaut man entweder auf die lebhafte Umgebung und den Kurt-Hackenberg-Platz mit Trinkbrunnen oder zu den hoch oben trohnenden Domtürmen und die Treppe in Richtung Dom.

Erster Trinkbrunnen in Köln auf dem Kurt-Hackenberg-Platz – mit meinem neuen Gebrauchtrad vom nach dem Fahrraddiebstahl sooo hilfsbereiten Fahrradengel Kratsios

Erster Kölner Trinkbrunnen – nicht ganz unumstritten

Der Umbau des Platzes wurde heftig diskutiert; denn letztendlich wurden dafür 3,7 Mio EURO ausgegeben und damit wesentlich mehr als ursprünglich einkalkuliert. Die Bauzeit zog sich länger hin als geplant.

Da der Kurt-Hackenberg-Platz nun fertig gestaltet ist und uns jetzt wohl im Herzen von Köln für lange Zeit in dieser Form erhalten bleiben wird, begrüße ich den Trinkbrunnen an diesem zentralen Ort sehr; gerade auch für Menschen, die durstig sind und kein Wasser oder Geld dabei haben. Die Idee, hier einen Trinkbrunnen aufzustellen, finde ich persönlich sehr gut; ob euch der Trinkbrunnen gefällt und an ein Instrument oder etwas ganz anderes erinnert, könnt ihr bei einem Besuch selbst entscheiden. Beim Wasser handelt es sich jedenfalls um Trinkwasser, das ist m. E. die Hauptsache.

Erster Kölner Trinkbrunnen – Das „Trinkwasser-Schild“ ist endlich da!

Nach einigem Hin und Her ist das Schild nun da! Klein und unscheinbar, von Split und Laub fast verdeckt, habe ich es gefunden und für euch fotografiert. Nun weiß endlich jeder, dass es sich um Trinkwasser handelt. Ein bißchen gucken muss man schon, wie gesagt: klein, unscheinbar und Grau in Grau. Das Wasser plätschert von April bis Oktober. Hier hätte es mir allerdings besser gefallen, wenn der als eine Art „Instrument“ zu verstehende bronzene Brunnen über einen Knopf verfügen würde, um den Wasserstrahl an- bzw. auszumachen; denn das stete Plätschern verbraucht ca. 200 m³ gutes Trinkwasser im Jahr, wovon leider das meiste versickert.

Der Platz macht sich so langsam wirklich und die steinernen Ruheelemente werden eifrig benützt. Super finde ich auch, dass das „Reissdorf“, das Restaurant im EG des Hotels Mondial schöne Tische und Stühle rausgestellt hat, wo man sehr bequem sitzen und den Kölner Dom bestaunen kann.

Wer wie ich auf schattige Plätzchen mitten in der Stadt mit kulturellem Flair steht, dem möchte ich gerne den Besuch des Willi-Ostermann-Platzes (nur einige Minuten zu Fuß entfernt) mit dem berühmten Willi-Ostermann-Brunnen (kein Trinkwasser!) empfehlen.