14 Aug

Low Carb „Kartoffelsalat“ aus Kohlrabi ohne Kartoffeln

Mein Low-Carb „Kartoffelsalat“-Rezept aus Kohlrabi ohne Kartoffeln verzichtet bei maximalem Geschmack ganz auf Kartoffeln, ist kalorienarm und beugt durch die im Kohlrabi enthaltenen Glucosinolate (Senföle) ganz nebenbei sogar Entzündungen im Körper vor und kann sogar vorbeugend gegen Zellveränderungen wirken. „Kartoffelsalat“ schlemmen und dennoch gesund abnehmen und das Immunsystem stärken? Das geht! Der Genuss der Kohlrabi stärkt unser Immunsystem, stimuliert die Sauerstoffversorgung und trägt somit zu besserer Konzentrationsfähigkeit bei. Mehr dazu erfahrt ihr auf dieser Seite unter Krautsalat pusht Selbstheilungskräfte, Kohlwickel gegen Entzündungen und Schmerzen oder Kohl essen und trinken – am besten täglich.

Low Carb „Kartoffelsalat“ aus Kohlrabi ohne Kartoffeln – hier mit Paprikahähnchen.

Kohlrabi – eine schlanke, gesunde Knolle

Unser heimischer Kohlrabi hat gerade mal ca. 27 Kcal pro 100 g, weist einen hohen Ballaststoffgehalt auf und punktet mit einer Menge an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen. Mein Rezept des „Fake-Kartoffelsalats“ habe ich vor ca. 2 Jahren für mich entdeckt als ich ohne zu hungern um die 15 kg abgenommen habe und mein Gewicht bis heute ohne Mühe halte. Ich liebe Kartoffelsalat zu Fisch, Hähnchenbrust, Getreidebratlingen, Würstchen oder einfach pur. Und bei meiner schlanken Rezeptvariante ohne Kartoffeln kann locker eine mittelgroße Schüssel voll verputzt werden, was gerade mal 300 – 400 Kcal entspricht.

Der Trick besteht darin, Kartoffeln durch gekochten Kohlrabi zu ersetzen. (Sellerie geht auch, wer das mag). Wie immer sind eurer Phantasie keine Grenzen gesetzt und ich möchte euch mit meinem Rezeptvorschlag eine gesunde und schlanke Rezeptidee mitgeben, die als eine Art Grundgerüst für eure ganz persönliche Lieblings-Kartoffelsalat-Variante stehen soll. Danach könnt ihr loszaubern.

Low Carb „Kartoffelsalat“ aus Kohlrabi ohne Kartoffeln. Als Beilage oder einfach ohne alles genießen.

Um ein Maximum der hitzeempfindlichen Glucosinolate zu erhalten, solltet ihr den geputzten Kohlrabi am besten schonend in der Schale für ca. 20 – 30 min in etwas Salzwasser oder Gemüsebrühe köcheln und das Kochwasser möglichst weiterverwenden, da es voller Mineralstoffe ist. Ganz nebenbei tut ihr sehr viel für eure Gesundheit und Widerstandsfähigkeit. Bei gerade mal schlanken 27 Kcal/100 g und hohem Ballaststoffgehalt  stecken jede Menge Mineralien, Spurenelemente und Vitamine in der heimischen Knolle. Weite Transportwege erübrigen sich und das Gemüse ist günstig auch in der Biovariante zu bekommen.

Zutaten für meinen Low Carb „Kartoffelsalat“ aus Kohlrabi für 2 Personen

  • 2 – 3 Kohlrabi (je nach Größe)
  • 1 gehäufter Esslöffel gekörnte Gemüsebrühe oder ½ TL Salz
  • 1 mittelgroße, blaue oder weiße Zwiebel oder 2 Frühlingszwiebeln, klein gehackt
  • 1 Esslöffel kaltgepresstes Rapsöl
  • frische Petersilie/Schnittlauch
  • 2 Esslöffel Salatmayonnaise (10 % oder Salatcreme 10 %; die Mayo oder Salatcreme kann auch mit Magermilchjoghurt gestreckt werden)
  • 1 Esslöffel mittelscharfer Senf
  • 2 – 3 Esslöffel Aceito Balsamico
  • Spritzer Zitrone
  • Pfeffer, Salz, etwas süßes Paprikapulver, 1 Prise Zucker

*** Kochwasser zur Seite stellen und ca. 3 Esslöffel davon später über die Kohlrabischeiben  geben!

Low Carb „Kartoffelsalat“ aus Kohlrabi ohne Kartoffeln. Jetzt die restlichen Zutaten hinzufügen.

Zubereitung meines Low Carb „Kartoffelsalats“ aus Kohlrabi

Frische, geputzte Kohlrabi im Ganzen in einen Topf mit etwas Wasser und der gekörnten Brühe bzw. dem Salz geben. Den Kohlrabi je nach Größe der Knollen 20 – 30 min köcheln. Kohlrabi aus dem Sud nehmen, etwas abkühlen lassen, schälen, von eventuell holzigen Stellen befreien und in dünne Scheiben schneiden. Das Kochwasser aufbewahren und später verarbeiten oder einfach trinken, da sich darin reichlich Mineralstoffe befinden. Nun 3 Eßlöffel des Suds und die restlichen Zutaten zu den noch warmen Kohlrabischeiben hinzufügen und vorsichtig umrühren. Zuletzt werden die Kräuter und die Mayonnaise untergemischt. Abschmecken, kalt stellen und durchziehen lassen.

Wer mag, kann noch einen geviertelten, knackigen Apfel klein schneiden oder pro Kohlrabi ein hart gekochtes, in Scheiben geschnittenes Ei unterheben.

Freunde von mir haben diesen Salat gegessen und zunächst gar nicht bemerkt, dass es sich nicht um Kartoffelsalat handelte bis ich sie darauf aufmerksam machte. Hihi.

Wer mehr über den gesunden Kohlrabi erfahren möchte, kann z. B. bei zentrum-der-Gesundheit nachschauen.

Gutes Gelingen und guten Appetit!

21 Aug

Marinierte Paprika – nach Omas Rezept

Paprika

Begebt euch auf eure ganz persönliche kulinarische Reise auf dem Balkan und rund ums Mittelmeer. Geröstete, marinierte Paprikaschoten schmecken köstlich zu frischem Brot, Fisch, Fleisch, Gegrilltem, und sind eine absolute Bereicherung für jedes mediterrane Buffet. Marinierte Paprika sind eine auf der Balkan-Halbinsel beliebte Beilage zu Schafskäse und Oliven, gegrilltem Fisch und Fleisch oder fungieren als Salat. Köstlich, gesund, günstig und einfach zuzubereiten. Rund ums Mittelmeer wird die geröstete Spitzpaprika auf verschiedene Arten zubereitet, wobei mir die traditionelle Zubereitungsart meiner serbischen Oma, die die Haut nach dem Rösten immer abgezogen hat, am meisten zusagt. Das ist auch bekömmlicher.

In meinen Beiträgen Paprika – wie meine Oma sie zubereitete und Panierte Paprika – nach Omas Rezept habe ich ausführlich über die rote und gelbe Spitzpaprika aus Serbien oder Ungarn berichtet, die es ab Mitte Juli günstig bei uns zu kaufen gibt. Daraus könnt ihr gesunde, äußerst schmackhafte Paprikagerichte für wenig Geld zaubern. Bergeweise gibt es im Sommer z.B. auf meinem Lieblingsmarkt in Köln-Nippes die gesunden Schoten. Die besten kommen m.E. aus Serbien und Ungarn und duften nach Sonne und Urlaub. Allein das Dekorieren der leuchtend roten Paprikafilets macht mir viel Spaß, wie in meinen neu erstandenen dänischen Schälchen von der Galerie Kunstbruder, die ihr oben bewundern könnt. Heute gehts weiter mit der marinierten Paprika.

Marinierte Paprika

Marinierte Paprika – nach Omas Rezept – sieht das nicht köstlich aus?

Zutaten für marinierte Paprika (ergibt ca. 8 – 10 Stück für 4 – 5 Personen)

  • 1 kg rote oder gelbe Spitzpaprika (könnt ihr auch mischen)
  • 6 Esslöffel kaltgepresstes gutes Olivenöl oder Rapskernöl, z.B. von Egle oder gefro
  • 4 – 5 Esslöffel Aceito di Modena
  • 1 Esslöffel Zitronensaft
  • 5 durchgepresste frische Knoblauchzehen
  • 1/2 Teelöffel Honig oder 1 gestrichener Teelöffel Zucker
  • 4 ganze Pimentkörner (Pfefferkörner sind auch ok)
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • 1 – 2 Lorbeerblätter

Geröstete, eingelegte rote Paprika. Auch ein schönes Mitbringsel für Freunde und Bekannte.

Rezept marinierte Paprika

Paprika gut abwaschen und im Ganzen, also mit Stiel und Kernen, bei 200 °C auf einem mit Backpapier oder Dauerbackfolie ausgelegten Blech im Backofen bei Ober- und Unterhitze backen bis die Haut Blasen wirft und sich dunkel bis schwarz verfärbt (ca. 15 – 25 min, je nach Herd).

Marinierte Paprika – nach Omas Rezept -die Schoten werden zuerst im Backofen bei 200 °C geröstet

Panierte Paprika

Marinierte Paprika – nach Omas Rezept – so muss die Haut nach dem Backen im Ofen aussehen

Zwischendurch könnt ihr die Schoten einmal wenden (Vorsicht, Verbrennungsgefahr!). Paprika herausnehmen, wenn die Haut so wie auf dem Foto oben ist und in eine Schüssel geben. Gut zudecken, damit später die Haut leicht entfernt werden kann. Wenn die Paprika abgekühlt sind, lässt sich die Haut mühelos abziehen und das Kerngehäuse herausziehen (Vorsicht, vor allem das Kerngehäuse ist noch lange glühend heiß). – Hilfreich ist beim Hautabziehen, die glitschigen Hände zwischendurch in kaltes Wasser zu tauchen.

Die Zutaten für die Marinade am besten in einer Glasschüssel zusammenrühren, nochmals nach eurem eigenen Geschmack abschmecken und die abgezogenen Paprikafilets in die Marinade legen und einmal umdrehen. Die gegrillten Schoten verlieren noch Saft, müssen also nicht in der Marinade versinken! Abdecken.

Marinierte Paprika – nach Omas Rezept – Zutaten für die Marinade

Die marinierten Paprika schmecken am besten, wenn sie vor dem Servieren mehrere Stunden durchziehen. Wenn ihr sauber arbeitet und die marinierten Schoten in einem verschließbaren Gefäß im Kühlschrank aufbewahrt, hält sich die Paprika mindestens 1 Woche. Vollständig dünn mit Öl bedeckt, hält sich diese Köstlichkeit noch länger. Erfahrungswerte habe ich nicht, weil bei uns immer schon vorher alles verputzt ist.

Mein Tipp

Sollte das Fruchtfleisch beim Abziehen der Haut auseinanderfallen, ist das nicht schlimm. Auch kleinere Filets können mariniert werden. Ist vielleicht nicht ganz so hübsch, schmeckt aber genauso gut! – Am besten röstet ihr mehrere Bleche Schoten, wenn ihr schon dabei seid. Einen Teil der abgezogenen Schoten könnt ihr auch panieren, wie in meinem Beitrag Panierte Paprika – nach Omas Rezept beschrieben.

Ich wünsche gutes Gelingen!

Wissenswertes über die Paprika

Viel Wissenswertes über Inhaltstoffe und gesundheitliche Aspekte dieses herrlich vielseitigen Gemüses und was meine Oma alles damit angestellt hat, könnt ihr auf meinem Beitrag Paprika – wie meine Oma sie zubereitete auf diesem Blog nachlesen.

19 Aug

Panierte Paprika – nach Omas Rezept

Paprika

Panierte Paprika? – Ziemlich unbekannt! Wer das aber mal probiert hat, wird garantiert süchtig danach! Jeder, der dieses Gericht bei mir zum ersten Mal probiert hat, war begeistert, konnte aber nicht gleich einordnen, um was genau es sich denn handelt.

In meinen Beiträgen Paprika – wie meine Oma sie zubereitete und Marinierte Paprika – nach Omas Rezept habe ich über die rote und gelbe Spitzpaprika aus Serbien oder Ungarn berichtet, die ab Mitte Juli günstig bei uns zu kaufen ist. Hier folgt das eher wenig bekannte Rezept „Panierte Paprika“.

Panierte Paprika

Panierte Paprika mit Kartoffel-Pastinaken Püree, Kräuterquark und marinierter roter Paprika

Zutaten für panierte Paprika (für 2 Personen)

  • 500 g rote oder gelbe Spitzpaprika (das sind ca. 4 – 5 Schoten)
  • 2 – 3 ganze Eier (je nach Größe) – können Veganer weglassen
  • 2 Esslöffel Milch (Sojamilch geht auch)
  • Dinkel- oder Weizenmehl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Bratöl

Rezept panierte Paprika

Paprika gut abwaschen und im Ganzen, also mit Stiel und Kernen, bei 200 °C auf einem mit Backpapier oder Dauerbackfolie ausgelegten Blech im Backofen bei Ober- und Unterhitze backen bis die Haut Blasen wirft und sich dunkel bis schwarz verfärbt (ca. 15 – 25 min, je nach Herd).

Panierte Paprika – nach Omas Rezept – die Schoten werden im Backofen bei 200 °C geröstet

Panierte Paprika

Panierte Paprika – nach Omas Rezept – so muss die Haut nach dem Backen im Ofen aussehen

Zwischendurch könnt ihr die Schoten einmal wenden (Vorsicht, Verbrennungsgefahr!). Paprika herausnehmen, wenn die Haut so wie auf dem Foto aussieht und in eine Schüssel geben. Gut zudecken, damit später die Haut leicht entfernt werden kann. Wenn die Paprika abgekühlt sind, lässt sich die Haut mühelos abziehen und das Kerngehäuse herausziehen (Vorsicht, vor allem das Kerngehäuse ist noch lange glühend heiß). – Hilfreich ist beim Hautabziehen, die glitschigen Hände zwischendurch in kaltes Wasser zu tauchen.

Die abgezogenen Schoten zur Seite legen. Eier mit etwas Milch oder Sojamilch und ein wenig Salz und Pfeffer schaumig schlagen wie für ein Omlett. (Sollte nach dem Ausbacken aller Schoten noch Eiermasse übrig sein, könnt ihr ein kleines Omlett daraus backen). Veganer können auch ohne Eier arbeiten und die nur in Mehl gewendeten Schoten ausbacken.

Panierte Paprika – nach Omas Rezept. In gutem Brat- oder Frittieröl von beiden Seiten ausbacken

Die abgezogenen und von Stiel und Kerngehäuse befreiten Schoten nun in Mehl von beiden Seiten wenden, so dass sie ganz mit Mehl bedeckt sind. Auf ein Küchenkrepp oder einen Teller legen, in einer Pfanne Bratöl erhitzen, die bemehlten Schoten durch die Eiermasse ziehen und vorsichtig ins heiße Öl gleiten lassen. (Bitte achtet eurer Gesundheit zuliebe auf ein gutes hoch erhitzbares Brat- und Frittieröl, wie z.B. von gefro und Egle). Von jeder Seite kurz goldbraun backen. Schon fertig! – Dazu passt hervorragend Tsatsiki, Tomaten- oder griechischer Bauernsalat mit Fladenbrot oder Ciabatta, aber auch Kartoffelpüree, wenn ihr ein komplett warmes Essen haben wollt. Schreibt mir, welche Beilagen euch am besten munden.

Mein Tipp

Sollte das Fruchtfleisch beim Abziehen der Haut auseinanderfallen, ist das nicht schlimm. Dann könnt ihr kleinere Stücke genauso panieren wie oben beschrieben. Ist vielleicht nicht ganz so hübsch, schmeckt aber genauso gut! – Am besten röstet ihr mehrere Bleche Schoten, wenn ihr schon dabei seid. Kalte, panierte Paprika schmeckt auch hervorragend! Oder ihr paniert einen Teil der abgezogenen Schoten und mariniert den anderen.

Ich wünsche gutes Gelingen!

Wissenswertes über die Paprika

Viel Wissenswertes über dieses herrlich vielseitige Gemüse und was meine Oma alles damit angestellt hat, könnt ihr auf meinem Beitrag Paprika – wie meine Oma sie zubereitete auf diesem Blog nachlesen.

17 Aug

Paprika – wie sie meine Oma zubereitete

Ab ca. Mitte Juli bis etwa Mitte/Ende September ist Hochsaison für die gelbe oder rote Spitzpaprika. „Geröstete, eingelegte Paprika“, „panierte Paprika“, „Paprikastreifen mit Zwiebeln, Ei und Feta-Käse“ oder auch „gefüllte Paprika“ waren schon immer meine Lieblingsgerichte und ich verwende ausschließlich die rote oder gelbe Spitzpaprika, die traditionell in Serbien in der Gegend um Leskovac oder in Ungarn angebaut wird und m.E. am aromatischsten schmeckt. Auf meinem bevorzugten Markt in Köln-Nippes gibts zur Paprikazeit bergeweise Auswahl zu sehr erschwinglichen Preisen. Ein einfaches Paprikagericht lässt sich in der Paprikasaison locker unter 3 EURO zaubern. Auf diesem Blog findet ihr folgende Paprikarezepte: Panierte Paprika und Marinierte Paprika.

Panierte Paprika

Panierte Paprika mit Kartoffel-Pastinaken Püree, Kräuterquark u. marinierter Paprika

Neulich sah ich bei der Galerie Kunstbruder in Köln, die Kunst auf Leinwand zu erschwinglichen Preisen in ihrer Galerie und im Streetart-Shop, sowie auf dem Kölner Weihnachtsmarkt verkauft, und auch ein mit Designmöbeln und hochwertigen Accessoires und Kunstwerken eingerichtetes Wohlfühl-Restaurant betreibt, diese  wunderschönen Schälchen aus Dänemark, in die ich mich gleich verliebt habe. Beim ersten Anblick hatte ich vor meinem geistigen Auge ein Arrangement aus eingelegter, roter Paprika in einem dieser stylischen dänischen Schälchen, die gar nicht teuer waren. Schaut mal, wie hübsch das aussieht. So schmeckt es noch besser!

Paprika – wie sie meine Oma zubereitete – geröstete und eingelegte Paprika in Schälchen von Kunstbrunder, Köln

Paprika – wie sie meine Oma zubereitete – geröstet, gehäutet und in Öl, Aceito, Knoblauch eingelegt

Wenn die mit Paprikaschoten bedeckten Bleche in meiner Küche in den heißen Backofen wandern, breitet sich fast augenblicklich ein unwiderstehlicher Duft aus, der mich zurück in meine Kindheit entführt, die ich teilweise im ehemaligen Jugoslawien verbrachte.

Paprika – wie sie meine Oma zubereitete – – die Schoten wandern in den Backofen bei 200 °C

Am großen emaillierten Herd schürte meine Oma in den noch kühlen Morgenstunden das Feuer und legte säckeweise Paprikaschoten direkt auf die heißen Herdplatten, die der Bauer ihres Vertrauens auf dem Weg zum Markt vorbeigebracht hatte.

Wie meine Oma die Paprikaschoten für den Winter vorbereitete

Paprika – wie sie meine Oma zubereitete – Auf so einem Herd röstete meine Oma im Hochsommer die Paprikaschoten bis sie dunkel waren. – Foto: piwik

Es zischte und brodelte. Durch die offenen Türen und Fenster stieg tagelang ein betörender Duft nach draußen. Die Schoten wurden so lange auf der Herdplatte belassen, bis sich die Haut dunkelbraun bis schwarz verfärbte und Blasen warf.

Paprika – wie sie meine Oma zubereitete. So müssen die Schoten aussehen, bevor die Haut abgezogen werden kann.

Nochmals umgedreht, wurde das Procedere wiederholt und dann wanderte eine nach der anderen in vorbereitete Behälter und Schüsseln, die gut zugedeckt wurden.

Köstlichkeiten, Gerüche und Erinnerungen an meine Kindheit

Darin schrumpften die gebackenen Paprikaschoten etwas und wenn sie abgekühlt waren, konnte die Haut ganz leicht abgezogen und der Stiel mit den Kernen herausgezogen werden. Futter für die Hühner. Nichts wurde weggeworfen. – Es war eine langwierige, schweißtreibende Angelegenheit, musste aber erledigt werden, um einen ausreichenden Vorrat an eingelegter Paprika und Ajvar bis zum nächsten Sommer zu schaffen. Ohne Paprika konnte mein Opa nicht leben! Sie musste täglich in irgendeiner Form aufgetischt werden. Denn mildgesäuerte, mit jungem, weißen Käse gefüllte grüne Spitzpaprika oder Ajvar kamen täglich auf den Tisch. Zu frisch gebackenem, mit Schmalz bestrichenem Maisbrot oder mit etwas Öl beträufelt als Beilage zu Fleisch und Fisch oder als Salatersatz. Es gab immer 2 Sorten Ajvar. Den roten, eher milden, und den feurigen, grün-gelblichen. Dafür mussten Unmengen der gerösteten Paprikaschoten geschält und mit gegrillten Auberginen, Knoblauch etc. durch den Fleischwolf gedreht werden. Das fertige Ajvar wurde dann mit einem Trichter in Glasflaschen abgefüllt, die versiegelt wurden und in die große Vorratskammer hinter der Küche wanderten. Schraubgläser waren damals noch eine Rarität. Meine Eltern nahmen aus jedem Urlaub flaschenweise dieser Köstlichkeit im Auto mit nach Deutschland, da es in den 60iger Jahren hierzulande noch kein Ajvar zu kaufen gab. So war meine Oma mit ihren Kochkünsten immer präsent und eine Erinnerung an den letzten Sommer begleitete uns bis zu den nächsten großen Ferien; denn das mitgebrachte Ajvar wurde streng rationiert.

Zur Paprikaverarbeitung kamen immer mehrere Frauen aus der Nachbarschaft vorbei, die beim Hautabziehen und Wenden halfen. Sonst hätte meine Oma das alleine nicht geschafft. Es waren solche Mengen, dass mehrere Tage benötigt wurden, um die vielen Schoten zu verarbeiten. Bei Klatsch und Tratsch verging die Zeit aber wie im Fluge. Und zwischendurch trank man genüsslich ein Tässchen Mokka und es fand sich immer eine unter den Frauen, die die Zukunft aus dem Kaffeesatz zu lesen wusste. – Mir wurde z.B. immer eine lange Reise prophezeit. – Na ja, kein Wunder. Die Ferien waren Ende August zuende und dann wartete die lange Rückreise mit dem Auto nach Deutschland wie das Amen in der Kirche …

Ein Teil der Paprikaschoten wurde am Brunnen unter dem großen Aprikosenbaum gewaschen und akkurat unter den Holzbalken des großen, langgestreckten Terrassendachs, wo sich auch meine Schaukel befand, auf langen, dünnen Schnüren zum Trocknen aufgehängt.

Paprika – wie sie meine Oma zubereitete – zum Trocknen aufgehängt

Dazu nahm meine Oma eine dicke Nadel und führte eine dünne Schnur durch den Paprikastiel. Diese Tätigkeit erledigte sie am liebsten auf einer kleinen Holzbank vor dem Vorderhaus und beobachtete die jungen Leute, die sich abends herausgeputzt auf den Weg zum „Korso“ (Flaniermeile) machten und am Haus vorbeikamen. Es wurden viele Schwätzchen gehalten und neue Kleider und Schuhe bewundert.

Klapperten später die so getrockneten Paprikaschoten leicht im Wind, hatten sie den richtigen Trocknungsgrad erreicht und wurden an einem trockenen und kühlen Ort verwahrt und später gewässert und mit Hackfleisch und Reis zu gefüllter Paprika verarbeitet oder wanderten in den Gemüseeintopf oder die traditionelle Suppe „Corba“.

Als ich etwas älter war, so ab ca. dem 11. oder 12. Lebensjahr, half ich beim jährlichen Paprikarösten mit. Incl. der obligatorisch verbrannten Finger. Am besten ist mir in Erinnerung, dass sich aber auch jedes Mal irgendeine ganz fiese Paprikaschote, meistens war es eine der gelben, eingeschlichen hatte, die nicht süß, sondern scharf war (Stoff Capsaicin). Die über Jahrzehnte geschulten Frauen erkannten meistens diese Art von Paprika schon von außen an Farbe, gewissen Falten und der Hautbeschaffenheit. Ich natürlich nicht. Und wenn ich dann so eine Paprika erwischte und die Haut abzog und mir später mit der Hand übers Gesicht fuhr, brannte die Haut wie Feuer und ich war eine Zeitlang krebsrot im Gesicht. Da half auch alles Abwaschen mit kaltem Brunnenwasser nichts. Die Augen tränten, die Haut brannte und die Frauen hatten viel zu lachen. – Die größte Genugtuung hatte ich natürlich, wenn die soooo erfahrenen Hausfrauen auch eine dieser fiesen Schoten erwischt hatten und anfingen zu glühen.

Paprika-Schoten – Gesunde Schlankmacher

Alle Paprika haben kaum Kalorien, je nach Reifegrad bringen es 100 Gramm Paprika gerade einmal auf 19-28 kcal. Der geringe Kaloriengehalt hängt damit zusammen, dass 100 g Paprika nur etwa 3 Gramm Kohlenhydrate, 0,3 Gramm Fett sowie 1,1 Gramm Protein enthalten.

Doch Paprika sind nicht nur gesund, weil sie kaum Kalorien haben, sondern auch wegen ihrer Inhaltsstoffe. So besitzt die Paprika große Mengen an Kalium, Magnesium, Zink und Calcium. Darüber hinaus ist die Paprika reich an Vitaminen, neben Vitamin A und B ist in ihr besonders viel Vitamin C enthalten. In roten Paprika ist der Vitamin C-Gehalt im Vergleich zu andersfarbigen Paprika besonders hoch. Während 100 Gramm grüne Paprika etwa 140 Milligramm Vitamin C enthalten, sind es bei einer roten Gemüsepaprika etwa 400 Milligramm. Damit zählt die Paprika zu den Vitamin C-reichsten Nahrungsmitteln überhaupt.

Weitere Inhaltsstoffe und gesunheitliche Aspekte der Paprika

Anfangs sind alle Paprika zunächst einmal grün. Durch Sonneneinstrahlung und Reifegrad werden die Schoten dann auch gelb oder rot. Die verschiedenen Cartinoid-Farbstoffe bestimmen die unterschiedlichen Farbtöne der Schoten. Die meisten Cartinoide sind rot. Es gibt auch gelbe Farbstoffe. Der Stoff Capsaicin bringt die Schärfe.

Paprika enthält Flavonoide und Carotine. Flavonoide besitzen eine antioxidative Wirkung. Sie arbeiten im Körper als Radikalfänger und verringern das Risiko, an bestimmten Krankheiten wie z.B. die des Herz-Kreislauf-Systems zu erkranken und senken das Sterberisiko. Carotine finden sich vor allem in farbigen Früchten und wirken als Antioxidantien zellschützend.

Wenn ihr mehr über die gesundheitlichen Aspekte der Paprika erfahren wollt, könnt ihr z.B. mehr unter zentrum-der-gesundheit erfahren.

30 Jul

Warum Wassermelone mit Salz süßen?

Wassermelone

Wassermelone mit Salz süßen? Unbedingt! Wassermelonen schmecken (noch) süßer mit einer klitzekleinen Prise Meersalz, das gleichmäßig auf dem Fruchtfleisch verteilt wird. Bitte nicht den Salzstreuer nehmen und herzhaft drauflos streuen, sondern von allen Seiten ganz, ganz wenig – am besten mit den Fingern – streuen und einige Minuten einwirken lassen, sonst schmeckt die Frucht am Ende noch salzig. Findet die optimale Menge für euch selbst einfach heraus!

Wassermelone mit Salz

Warum Wassermelone mit Salz süßen? Mit klitzekleinen Mengen Salz von allen Seiten bestreuen.

Warum schmeckt die Wassermelone oder Ananas mit Salz (noch) süßer?

Einfach erklärt: das Salz saugt die Flüssigkeit auf, läßt dabei den Fruchtzucker zurück, der nun in einer stärkeren Konzentration vorhanden ist. Et voilà. Die Süße verstärkt sich! Das ist die einfache Erklärung. Probiert es am besten selber mal aus, auch mit einer Ananas. Und immer nur klitzekleine Prisen gutes Salz verwenden.

Das oben war die einfache Erklärung. Es gibt aber auch eine ziemlich neue, wissenschaftlich belegte, die absolut einleuchtend ist!

Die Wissenschaft kennt schon lange den Transporter namens SGLT1. Dieser Transporter wird in den Nieren gebildet und schleust Glukose, also Zucker, in unsere Zellen ein (kennen Diabetiker). Das macht er aber nur, und das ist jetzt besonders wichtig, wenn Natrium vorhanden ist, das ja bekanntlich im Salz steckt! SGLT1 ist besonders häufig im Dünndarm vorhanden. Nun wurde entdeckt, dass sich genau dieser Transporter auch schon auf unserer Zunge befindet. Das Natrium/Salz bringt den Transport von Glukose/Fruchtzucker in unsere Sinneszellen schon auf der Zunge quasi in Fahrt und wir schmecken die Süße dann noch deutlicher. Finde ich super! – Funktioniert z.B. auch gut bei Ananas.

Bei den „Transportern“ handelt es sich um eine Sorte von Proteinen, deren Aufgabe es ist, verschiedene Moleküle, Ionen und Stoffe in unsere Zellen rein- und wieder herauszulassen. Stellt euch einen kleinen Schlüssel vor, der die Zellen auf- bzw. abschließt. Kurz gesagt: SGLT1 läßt den Zucker durch, wenn Salz mitkommt. Wer es ganz genau wissen will, schaut bei Wikipedia nach.

Wissenswertes über die Wassermelone, die zu den Kürbisgewächsen zählt, findet ihr in meinem Beitrag Wassermelone – aber bitte nicht zum Nachtisch. Oder unter zentrum-der-gesundheit.

Da wir ja normalerweise im Sommer Wassermelonen genießen, sind einige Prisen Salz mehr am Tag auch ok und gut für den Körper, da wir mehr schwitzen.

Wassermelone mit Sojasauce

Warum Wassermelone mit Salz süßen? Wassermelone mit Sojasauce – ein ganz neues Geschmackserlebnis für Mutige!

Aus Erfahrung weiß ich, dass eine Prise Salz in jedes gute Kuchenrezept gehört.  Erst dann entfaltet sich die Süße richtig. Folglich können wir die Zuckermenge etwas reduzieren. – Bei salzigen Speisen funktioniert es genau anders herum: etwas Zucker peppt das Gericht auf, entfaltet besser den Geschmack, wie z.B. bei einer Tomatensauce.

Zutaten für Wassermelone mit Salz

  • 1 Stück Wassermelone
  • Prise gutes Meersalz ohne Rieselhilfe

Rezept Wassermelone mit Salz

Wassermelonenscheiben rundherum mit winzigen Prisen Salz bestreuen. Einige Minuten warten. Genießen! – Guten Appetit!

Weitere Rezepte mit Wassermelonen werden folgen!