11 Sep

Meine Empfehlungen für Köln

Meine Empfehlungen geben meine kleine, persönliche Auswahl aus einer schier unendlichen Fülle von Veranstaltungen und Angeboten in unserem lebendigen Köln und Porz wieder. Mit wenig Text findet ihr hier einen kleinen Auszug meiner Lieblingsorte, kultureller Veranstaltungen und Events, die wiederkehrend oder einmalig sind und die ich selbst besuche und interessant für meine Leser finde.

Bisher habe ich diverse Veranstaltungstermine in die Artikel integriert. Mit diesem Beitrag wird mein Block etwas übersichtlicher. Er arbeitet bislang nicht kommerziell und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Perfektion. Deshalb meine Bitte: klickt die Links unter den Bildern bitte an und checkt Termine und Orte nochmals selber. Wenn es meine Zeit erlaubt, werde ich die Termine zeitnah aktualisieren. Es handelt sich hierbei um Events, die wenig bzw. keinen Eintritt kosten. Aber auch um Märkte, Cafés und Lokale, die ich besuchenswert finde, weil sie ein besonderes Flair und/oder erschwingliche Preise oder andere liebenswerte Merkmale bieten. Institutionen, Läden etc., die mir besonders ans Herz gewachsen sind, werden auch ein Plätzchen bekommen.

Essen und Trinken

Speiseplan Regenbogencafé HIVissimo

Spezieller Tip von meinem Vita-Oeconomica Leser Jörg:

Von Montag bis Freitag zwischen 12.00 bis 14.30 Uhr gibts im Regenbogencafé ein täglich wechselndes Drei-Gänge-Menü für nur 5,50 Euro (mit Solicard 3 Euro – bitte Nachweis, z. B. Harz IV-Bescheid o. ä. , mitbringen. Dann bekommt ihr ggf. die Solicard) für alle BesucherInnen — Alle Speisen auch zum Mitnehmen. Hier geht’s zum aktuellen Speiseplan.

The Bar Bike

Barbike am 14.10.18 auf der Venloer Straße auf Höhe Aufzug Haltestelle Leyendecker Straße

Auf einem nächtlichen Spaziergang am heißen 14. Oktober 18 auf der Venloer sahen wir das Bar Bike vor einem Laden anlässlich einer Shop-Umgestaltung. Super Stimmung, tolle Cocktails, Summer Feeling und ein sehr sympathischer „Barkeeper“. Das Bike mit komplettem Inhalt auf kleiner fahrbarer Fläche gemietet werden. Der Barkeeper gehört zum Angebot dazu. Mehr über das Konzept etc. bitte über thebarbike@gmail.com erfragen.

Glashütte Porz

Jugend- und Gemeinschaftszentrum Glashütte Porz, einmal monatlich Sonntags-Frühstücksbrunch (Reservierung notwendig!), günstiger Mittagstisch unter der Woche in der „Zahlbar“. Ein Ort der Beschäftigung für die Freiwilligenagentur, AGH Mitarbeiter/innen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt, Schülerpraktikanten.

Nächster mir bekannter Brunch-Termin: 18.11.

Villa Mathilde in Deutz

Villa Mathilde

Villa Mathilde

Villa Mathilde ruhig in Deutz nahe Deutzer Dom und Deutzer Freiheit. Ein „Wohnzimmer“-Café mit ganz viel Charme und Flair und freundlichen Gastgebern. Innen- und Aussenbewirtung.

Café Espresso Perfetto Köln

Café Espresso Perfetto, Köln

Café Espresso Perfetto, Köln. Neben Tollen Kaffeespezialitäten auch Baristazubehör und Kaffees

Hochwertige Kaffees, Barista-Zubehör, köstliche Kaffeespezialitäten und italienische Kuchen im Espresso Perfetto. Fixes, sehr freundliches Personal.

Jutta´s Suppenküche Köln Domplatte

Juttas Suppenküche, Domplatte Köln, jeden 2. Freitag im Monat

Jutta´s Suppenküche verteilt seit vielen Jahren eine heiße Suppe oder einen Eintopf, Lebensmittel und tlws. andere lebenswichtige Dinge an bedürftige Menschen auf der Domplatte in Köln jeden 2. Freitag.

Film/Veranstaltungen

Filmforum Köln

März – Dezember 2018 Filmgeschichten: Rache – Schuld – Vergebung

Filmforum im Museum Ludwig. Informationen und aktuelles Programm.

Ausstel­lung

Do­ing the Doc­u­ment
Fo­to­gra­fien von Diane Ar­bus bis Pi­et Zwart
Die Schenkung Barten­bach

31.8.2018 – 6.1.2019
Museum Ludwig - laufende Ausstellung

Museum Ludwig – laufende Ausstellung

In dies­er Zusam­­men­schau lässt sich der wech­sel­­seitige Ein­fluss deutsch­er und amerikanisch­er Po­si­­tio­­nen in der verdichteten Kul­­tur­­land­schaft des Rhein­lan­des der 1960er bis 1990er Jahre nachvol­lzie­hen.

Wochenmärkte Köln

Wochenmarkt in Köln Nippes

Wochenmarkt in Köln Nippes inclusive Urlaubsfeeling. Von der Wilhelmstraße aus gesehen.

Gertie´s Käsestand – ein Highlight auf dem Wochenmarkt in Nippes.

Mehr Infos über diesen lebendigen Markt, wo man direkt am sogenannten Kölner „Tadsch Mahaal“ auch super Kaffee oder etwas anderes trinken kann und andere Wochenmärkte in Köln findet ihr unter Wochenmarkt in Köln Nippes mit Urlaubsfeeling.

Klassische Musik/Konzerte

Philharmonie-Lunch Köln

Philharmonie Köln - Deckenkonstruktion

Philharmonie Köln – Deckenkonstruktion

Öffentliche, halbstündige Proben der Kölner Philharmonie und des Gürzenich-Orchesters fast jeden Donnerstag. Beginn 12.00 Uhr, ca. 1/2 Stunde vorher da sein. Mehr Informationen und Programm.

Museen und Ausstellungen

Städtische Museen Köln

Javanischer Reisspeicher, Rautenstrauch-Joest Museum Köln

Fast jeden 1. Donnerstag im Monat kostenloser Besuch für Kölner und fast täglich für KölnPass Inhaber

Mehr Informationen zu Öffnungszeiten und Voraussetzungen für den kostenlosen Eintritt findet ihr hier auf dieser Website.

19 Aug

Erster Trinkbrunnen in Köln auf dem Kurt-Hackenberg-Platz

Der erste Trinkbrunnen in Köln befindet sich seit Sommer 2018 auf dem lange Zeit vernachlässigten Kurt-Hackenberg-Platz im Durchgang vom Kölner Hauptbahnhof zur Altstadt, eingebettet zwischen Philharmonie, Museum Ludwig und Römisch-Germanischem Museum. Der Kurt-Hackenberg-Platz bot lange Zeit keinen schönen Anblick und musste stellenweise lange als Aufbewahrungsort für Baumaterial herhalten, obwohl der historische Bereich des Platzes zum Kulturbereich „Via Culturalis“, wo früher der Bischofsgarten stand, gehört.

Erster Trinkbrunnen in Köln auf dem Kurt-Hackenberg-Platz – vorne Teil der 22 m langen modularen Sitzelemente aus Grauwacke

Erster Trinkbrunnen in Köln – nahe städtischen Museen, Kölner Philharmonie, Dom und Film-Forum

Die Leser meines Blogs wissen, dass ich absoluter Fan des Kölner „Philharmonie Lunchs“ bin. Bei meinem letzten Besuch fiel mir auf, dass der Platz komplett begehbar und nicht mehr eingezäunt war und Bäume gepflanzt worden waren. Sogar steinerne Sitzgelegenheiten laden neuerdings zum Ausruhen ein. Der Brunnen war auch schnell entdeckt und ich hätte bei der Hitze gerne getrunken, traute mich aber mangels eines fehlenden „Trinkwasser-Schildes“ nicht. Meine Neugier war geweckt. Ein Fall für Vita-Oeconomica! Die Kölner Philharmonie, die städtischen Museen und das Film Forum, lauter Orte, die ich sehr mag und zu bestimmten Zeiten sogar kostenlos besuchen kann, und dann noch ein Ort, wo man sich ausruhen und seinen Durst löschen kann, perfekt! Wieder zuhause, fing ich an, über den Kurt-Hackenberg-Platz zu recherchieren. Der direkt vor dem Hotel Mondial gelegene Platz war, wie gesagt, ca. 15 Jahre vernachlässigt worden. Um den Kölner Bürgern einen angenehmen Ort im Durchgang zwischen Bahnhof und Altstadt zu bieten, gab die Stadt Köln eine Ausschreibung für die Neugestaltung des Kurt-Hackenberg-Platzes aus, die der Liechtensteiner Landschaftsarchitekt Günther Vogt gewann. Der Kurt-Hackenberg-Platz wurde nach seinen Plänen umgebaut.

Erster Trinkbrunnen in Köln auf dem Kurt-Hackenberg-Platz – beschattet von japanischen Schnurbäumen

Erster Trinkbrunnen in Köln auf dem Kurt-Hackenberg-Platz – im Hintergrund das Hotel Mondial

Erster Kölner Trinkbrunnen – Details

Der Platz wurde als puristischer Stadtgarten gestaltet und mit japanischen Schnurbäumen bepflanzt, um den Trinkenden Schatten zu spenden. Herzstück ist der aus drei Teilen bestehende, bronzene Trinkbrunnen. Der Brunnen soll als Instrument verstanden werden: das Brunnenelement mit Auffangschale, dem trichterartigen Hörelement und dem unterirdischen Resonanzkörper. Der Trinkbrunnen kann als Instrument, das Wasser als Spielerin oder Spieler verstanden werden. Zum Ausruhen dienen die beiden 22 m langen, an der Straße gelegenen, modularen Sitzelemente aus hochwertiger Grauwacke (regionales Urgestein aus dem Bergischen). Dort sitzend schaut man entweder auf die lebhafte Umgebung und den Kurt-Hackenberg-Platz mit Trinkbrunnen oder zu den hoch oben trohnenden Domtürmen und die Treppe in Richtung Dom.

Erster Trinkbrunnen in Köln auf dem Kurt-Hackenberg-Platz – mit meinem neuen Gebrauchtrad vom nach dem Fahrraddiebstahl sooo hilfsbereiten Fahrradengel Kratsios

Erster Kölner Trinkbrunnen – nicht ganz unumstritten

Der Umbau des Platzes wurde heftig diskutiert; denn letztendlich wurden dafür 3,7 Mio EURO ausgegeben und damit wesentlich mehr als ursprünglich einkalkuliert. Die Bauzeit zog sich länger hin als geplant.

Da der Kurt-Hackenberg-Platz nun fertig gestaltet ist und uns jetzt wohl im Herzen von Köln für lange Zeit in dieser Form erhalten bleiben wird, begrüße ich den Trinkbrunnen an diesem zentralen Ort sehr; gerade auch für Menschen, die durstig sind und kein Wasser oder Geld dabei haben. Die Idee, hier einen Trinkbrunnen aufzustellen, finde ich persönlich sehr gut; ob euch der Trinkbrunnen gefällt und an ein Instrument oder etwas ganz anderes erinnert, könnt ihr bei einem Besuch selbst entscheiden. Beim Wasser handelt es sich jedenfalls um Trinkwasser, das ist m. E. die Hauptsache.

Erster Kölner Trinkbrunnen – Das „Trinkwasser-Schild“ ist endlich da!

Nach einigem Hin und Her ist das Schild nun da! Klein und unscheinbar, von Split und Laub fast verdeckt, habe ich es gefunden und für euch fotografiert. Nun weiß endlich jeder, dass es sich um Trinkwasser handelt. Ein bißchen gucken muss man schon, wie gesagt: klein, unscheinbar und Grau in Grau. Das Wasser plätschert von April bis Oktober. Hier hätte es mir allerdings besser gefallen, wenn der als eine Art „Instrument“ zu verstehende bronzene Brunnen über einen Knopf verfügen würde, um den Wasserstrahl an- bzw. auszumachen; denn das stete Plätschern verbraucht ca. 200 m³ gutes Trinkwasser im Jahr, wovon leider das meiste versickert.

Der Platz macht sich so langsam wirklich und die steinernen Ruheelemente werden eifrig benützt. Super finde ich auch, dass das „Reissdorf“, das Restaurant im EG des Hotels Mondial schöne Tische und Stühle rausgestellt hat, wo man sehr bequem sitzen und den Kölner Dom bestaunen kann.

Wer wie ich auf schattige Plätzchen mitten in der Stadt mit kulturellem Flair steht, dem möchte ich gerne den Besuch des Willi-Ostermann-Platzes (nur einige Minuten zu Fuß entfernt) mit dem berühmten Willi-Ostermann-Brunnen (kein Trinkwasser!) empfehlen.

21 Feb

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch kostenlos

Philharmonie Köln - Deckenkonstruktion

Beim kostenlosen PhilharmonieLunch in der Kölner Philharmonie gibt es zwar nichts für den Magen, aber umso mehr für die Ohren. Und das fast jeden Donnerstag! Das Projekt PhilharmonieLunch wird von der Köln Musik in Zusammenarbeit mit dem WDR Sinfonieorchester Köln und dem Gürzenich-Orchester Köln ermöglicht.

Die Philharmonie Köln bietet fast jeden Donnerstag den kostenfreien PhilharmonieLunch

An vielen Donnerstagen bietet die Kölner Philharmonie allen Musikinteressierten ab frühestens 3 Jahren die Möglichkeit, eine halbe Stunde kostenlos Proben beizuwohnen. Die Musikerinnen und Musiker, Dirigenten und Künstler treten in Alltagskleidung auf, was  dem Musikgenuss absolut keinen Abbruch tut. Geprobt werden normalerweise Stücke, die zeitnah zur Aufführung anstehen, sodass es möglich ist, sich schon mal in eine Aufführung probeweise „reinzuhören“ oder wenigstens eine halbe Stunde der anstehenden Aufführungen zu erleben, falls die Karten bereits ausverkauft sein sollten.

Philharmonie Köln - Deckenkonstruktion

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch – Deckenkonstruktion

Der PhilharmonieLunch ist ein wahrer Ohren- und Augenschmaus und daher sehr beliebt. Seit Herbst 2018 gelten neue Veranstaltungszeiten. Der PhilharmonieLunch beginnt um 12.00 Uhr, also solltet ihr spätestens um 11.30 da sein.

Uups, dachte ich, als ich super pünktlich auf der Treppe zwischen Museum Ludwig und Römisch-Germanischem Museum neben dem neu angelegten Kurt-Hackenberg-Platz stand und die lange Warteschlange erblickte. Meine Sorge, keinen Platz mehr zu erwischen, erwies sich dann als völlig unbegründet. Nachdem die Türen geöffnet waren, verteilte sich das Publikum rasch auf den verschiedenen Stockwerken. Nach Saalöffnung fand  ich einen sehr schönen Platz mit gutem Blick. Der Saal füllte sich zu schätzungsweise 90 %. Zu meinem Erstaunen gab der Dirigent sogar eine kurze Einführung, was ich nicht erwartet hatte. Und schon ging es los. Es war ein ganz wunderbares Erlebnis und ich fühlte mich reich beschenkt. Der einzige Wermutstropfen: Die halbe Stunde ging viel zu schnell vorbei! Seither besuche ich den PhilharmonieLunch wann immer ich kann und entwickle langsam ein gewisses Gespür für die verschiedenen Dirigenten und beobachte für mein Leben gern die Musiker bei ihrem Spiel.

Philharmonie Köln - PhilharmonieLunch

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch – Keine Panik! Die Warteschlange löst sich rasch auf.

Philharmonie Köln - PhilharmonieLunch

Philharmonie Köln – PhilharmonieLunch, gleich gehts los!

PhilharmonieLunch mit kostenlosem Besuch der Städtischen Kölner Museen und noch mehr Kultur verbinden

Es lohnt sich unbedingt, an einem Donnerstag den Besuch des PhilharmonieLunchs mit einem Spaziergang in der Altstadt oder am Rhein entlang zu verbinden und im Anschluss eines der sehenswerten Kölner Museen zu erkunden, was ebenfalls bei Beachtung diverser Regeln kostenlos möglich ist. Welche Personengruppen an den meisten ersten Donnerstagen des Monats bzw. sogar die ganze Woche über freien Eintritt zu den Städtischen Kölner Museen haben, findet ihr auf meinem Beitrag „Kölner Museen kostenlos besuchen“.

Ich selbst habe den PhilharmonieLunch bei meinen Recherchen zum Filmforum entdeckt und gleich eine Bereicherung für Vita Oeconomica gewittert; denn die KölnMusik bietet in Kooperation mit der Kino Gesellschaft Köln z.B. Stummfilme mit Livemusik, Dokumentationen über Filmmusikkomponisten oder auch Filme mit besonderer Musik und Musikerportraits an. Auf meinem Blog findet ihr Infos zum Filmforum Köln und eine Verlinkung zum Veranstaltungsplan.

Kaffee trinken und Essen gehen sind auch noch drin

Mit etwas Planung könnt ihr also viel Kultur in Köln kostenlos genießen und euch sogar noch einen Café- oder Restaurantbesuch leisten. Und Sightseeing ist auch dabei! Unweit der Kölner Philharmonie und einiger Museen befinden sich ein paar empfehlenswerte Cafés und Restaurants, die ich meistens durch Zufall oder auf Empfehlung von Freunden entdeckt habe und die preislich angenehm und gut zu Fuß oder nach kurzer Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Hier einige Vorschläge.

Eine schöne Möglichkeit für Senioren, den PhilharmonieLunch mit einem vorherigen Frühstück oder einem anschließenden Beisammensein zu erleben und Leute kennenzulernen, habe ich auf feierabend.de gefunden.

Ich wünsche euch ein wunderbares Hörvergnügen und freue mich, wenn ihr eine besonders schöne musikalische halbe Stunde in der Philharmonie Köln erlebt und mit den anderen kulturellen und kulinarischen Vorschlägen auf meiner Seite miteinander kombinieren könnt. Viel Spaß!

Mehr Informationen zum PhilharmonieLunch.

06 Feb

Markthalle Köln im Belgischen Viertel

Markthalle Köln im Belgischen Viertel -

Schon das Betreten der neuen Markthalle Köln im Belgischen Viertel schmeichelt den Sinnen. Im Januar 2018 wurde Renate und Ulrich Engels Traum Wirklichkeit und sie eröffneten die erste Markthalle Kölns in der Maastrichter Str. 45 nach Umbau und Renovierung des ehemaligen Installationsgroßhandels.

Am Eingang vermischt sich Blumenduft mit dem Aroma frisch aufgebrühten Kaffees und wenige Schritte weiter verwöhnt der unwiderstehliche Geruch frischer Backwaren und Waffeln die Nase des Besuchers, um sich gleich darauf mit feinwürzigen Aromen köstlichen Käses und Düften aus der „gläsernen Metzgerei“ zu vereinen. – Genau das ist das Gemisch, das mich unwiderstehlich anzieht und schöne Erinnerungen in mir weckt. Wer meinen Blog etwas kennt, weiß, dass ich ein absolutes Markt-Victim bin …, was wohl meine Lebensgeschichte mit sich bringt.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel - Aussenansicht

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Aussenansicht

Was gibt´s alles in der 1. Markthalle Kölns?

In der neuen Markthalle können auf 2 Stockwerken (barrierefrei, geräumiger Aufzug und Kundentoilette vorhanden) derzeit im oberen Stockwerk Back- und Fleischwaren, Gemüse, knackige Salate und Obst, feinste Käsesorten, Öle, Blumen und Topfpflanzen, und im unteren Geschoss ansprechende Weine, besondere in Köln hergestellte Biere, Säfte und Smoothies, Eistees, milchsauervergorenes, knackiges Bio-Gemüse in Gläschen und Schokolade aus erlesenem Kakao gekauft und teilweise gekostet werden. Ebenfalls im Untergeschoss finden sich auch robuste Lederwaren und Taschen und das Restaurant „Dreigang“ mit offener Marktküche. Dort werden aus regionalen Zutaten zubereitete Fleisch- oder vegetarische Gerichte nebst Nachtisch und Kaffee angeboten. Im Obergeschoss hingegen gibts Kaffeespezialitäten von der kleinen Esspressobar und wer Lust auf Gebäck, Kuchen, eine verführerisch duftende Waffel oder ein Vesper vom „gläsernen Metzger“ hat, kann es sich an einem der Holzstehtische gemütlich machen und das Geschehen beobachten.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel, Wildschweinschinken von"Lappen und Prenge"l und Brot von "Der Brotspezialist"

Markthalle Köln, Wildschweinschinken und Leberwurst von“Lappen und Prengel“ und Brot von „Der Brotspezialist“ – Meine „Interpretation zuhause“

Im Fokus der Markthalle Köln steht ein regionales und nachhaltiges Angebot engagierter „Macher“

Renate und Ulrich Engel, zwei Innenarchitekten, wohnen schon seit 25 Jahren im Belgischen Viertel und zeichnen verantwortlich für das Konzept und den Umbau der Markthalle. Sie haben einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Ihr Veedel (Viertel) ist ihnen bestens bekannt und sie kennen hier die Menschen und deren Wünsche und Bedürfnisse gut und freuen sich auf viele Stammkunden. Bei jedem Wetter kann hier von Montag bis Samstag eingekauft werden und die Kunden können sich das Gekaufte per Fahrradkurier heimbringen lassen, wenn nötig.  Auf 400 m² ist die kleine Markthalle in Kölns Belgischem Viertel entstanden. Mit besonderem Augenmerk auf regionale Erzeugnisse und Einbindung regionaler Lieferanten. Hier fühlt sich der Besucher gut informiert und wohl und kommt mit Anderen schnell ins Gespräch. Und wer nicht nur einkaufen will, gönnt sich einen Kaffee von der Espressobar oder holt sich einen LKW (schwäbisch: Leberkäsewecken) oder eine der täglich wechselnden Vespervariationen vom „gläsernen“ Metzger oder etwas Feines vom „Brotspezialist“. Im Untergeschoss lockt das Restaurant „Dreigang“ mit offener Marktküche mit Fleischgerichten und vegetarischer Kost, das ich noch testen muss.

Was hat mir besonders in der neuen Markthalle gefallen?

Nun liegt die Markthalle Köln im Belgischen Viertel ja nicht gerade bei mir um die Ecke; dennoch werde ich ganz bestimmt regelmäßig dort einkaufen, da ich zum einen diese ganz besondere Atmosphäre dort schätze und mag und beobachten konnte, dass die Standbetreiber einen sehr innigen, fast familiären Umgang miteinander pflegen, der ein angenehmes Klima schon beim Betreten vermittelt. Und was mir ganz besonders aufgefallen und wichtig ist: Die Menschen, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, und es waren einige, wissen, was sie da genau vertreiben und warum und sind von ihren Produkten und ihrer Arbeit überzeugt und machen sie gerne. Das macht mir besonders gute Laune! Und die Patina wird auch noch kommen.

„Lappen und Prengel“ in der neuen Markthalle in Köln – die „gläserne Metzgerei“

Für neugierige Menschen wie mich ist die „gläserne Metzgerei“ „Lappen und Prengel“, was übersetzt fette Steaks und dicke Würste bedeutet, das absolute Eldorado, weil ich etwas „mäkelig“ und neugierig bin. Vor aller Augen mit allerlei Gerätschaften verarbeiten die beiden Mark/c-s das Fleisch in ihrem blitzsauberen Geschäft. – Der Marc mit C ist gelernter Fleischer und passionierter Jäger mit langjähriger Berufserfahrung. Der Mark mit K, Mark Junglas, ist gelernter Fleischer, Lebensmitteltechniker und Berufsjäger. Schon nach wenigen ausgetauschten Sätzen stellte ich fest, wie das junge Team für seine Tätigkeit förmlich „brennt“. Es wurde viel Geld und Arbeit in die „gläserne Metzgerei“ investiert, um sämtliche deutschen, mega-strengen, Vorschriften zu erfüllen. Der Betrieb ist durch lange Glasfronten für den Kunden völlig einsehbar und unterteilt in Verkauf/Auslage, Produktion und Kühlung, wo das Fleisch hängt. Allein der Anblick der Schmankerl in Heißtheke und Auslage ließ mir das Wasser im Munde zusammenlaufen und es spielte sich ein Kopfkino ab, was ich alles Gutes zuhause kochen könnte.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Gläserne Metzgerei „Lappen und Prengel“mit Mark Krämer

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Metzgerei Lappen und Prengel hier auf dem Foto Mark Junglas

Man wird nicht von der Auslage „erschlagen“, sondern findet ein ausgewähltes Angebot an Fleisch, Wurst, Geflügel und Wild, je nach Saison, vor. Feine Saucen zum Mitnehmen und Spezialitäten aus der Heißtheke runden das Angebot ab. Vorbestellungen werden gerne aufgenommen und realisiert. Die Tiere, die die „gläserne Metzgerei“ verarbeitet, führen bis zur Schlachtreife ein artgerechtes und gutes Leben im Familienverband mit ganz viel Auslauf und Platz im Freien. Die Metzgerei wird von ausgesuchten regionalen Bauern beliefert, insbesondere von Bauern der Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, die z.B.  das fast vor dem Aussterben bedrohte „Schwäbisch-Hällische Landschwein“ gerettet haben. In einem ausgelegten Ordner kann der interessierte Besucher blättern und sich umfassend informieren.

Eine große Tafel an der Seite gibt Informationen über die Herkunft des gerade verarbeiteten Fleisches. Mark Junglas erzählte mir, wie wichtig den Machern von „Lappen & Prengel“ der ständige Kontakt zu den Erzeugern, die die Futtermittel noch selbst anbauen, und den Betreibern des Schlachthofs ist und dass das saisonabhängig erlegte Wild aus der Region stammt und grundsätzlich vom Hochsitz aus geschossen wird (also keine tierquälenden Treibjagden etc.).

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Metzgerei „Lappen & Prengel“. Auf dem Foto Mark Junglas

Auch alte Schweinerassen, wie z.B. das wollige Magalitzaschwein, werden neben heimischen Schafrassen wie dem Merinoschaf oder dem schwarzköpfigen Fleischlamm zu feinen Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet, was – nur durch Glas getrennt – bestens beobachtet werden kann.

Mein Fazit: ich esse lieber nur gelegentlich Fleisch und Wurst mit reinem Gewissen und bezahle dann auch gerne etwas mehr. Auch mit kleinem Budget können wir der „Fleischeslust“ frönen, wohl dosiert. Und dieses junge Team darf auf seine Arbeit stolz sein und verdient es, zusammen mit den anderen Betreibern der Markthalle unterstützt zu werden!

Ein rundes Angebot in der Markthalle Köln im Belgischen Viertel

Christophe Collin von „Terre de Provence“ schräg gegenüber vom Metzger und neben dem Bäcker, bietet Käsespezialitäten an. Wie ich gehört habe, war er früher in Frankreich als Schäfer tätig und beherrscht auch selbst die Käseherstellung. Bei „Der Brotspezialist“ habe ich zunächst einmal ein Eiweißbrot erstanden und zuhause mit Genuss gegessen. Mir wurde erzählt, dass die Traditionsbäckerei Roggen- und Dinkelvollkornmehl vor der Teigherstellung frisch mahlt, um die Vitamine bestmöglich zu erhalten. Am Stand werden Waffeln frisch gebacken und für 1,50/Stck. (Stand 02/2018) verkauft. Sehr verführerisch. Nach einem Stand mit ausgewählten Ölen und anderen Leckereien befindet sich am Ende des Obergeschosses ein gut sortierter Obst- und Gemüsestand mit knackigem Salatangebot. Und an zwei Tagen in der Woche steht im Hof vor der Markthalle ein mobiler Fischstand.

Das „Dreigang Restaurant“ im Untergeschoss werde ich bei einem meiner nächsten Besuche noch testen, genau wie den herrlich duftenden Kaffee aus der Espressobar von oben. – Dieses Mal hatte ich die Gelegenheit, sehr feines, mildes, roh fermentiertes (milchsauervergorenes) und phantastisch gewürztes, knackiges Wurzelgemüse und Kohl im Untergeschoss bei Nu´s Fermentiert zu kosten und wurde sehr kompetent beraten. – Ihr wisst ja, dass ich eine ganz besondere Vorliebe für Kohl in allen Variationen habe, was ich hier auf dem Blog bereits geschrieben habe.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Fermentiertes Gemüse in Gläschen von Nu´s

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Biere, Weine, Eistees, Schokolade – 02/2018

Sehr begeistert hat mich, dass ich am gleichen Stand mit Nu´s  fermentierten Gemüsen spezielle Biere, die in Kölns kleinster Brauerei „braustelle“ gebraut werden, gefunden habe. Und auch ganz phantasievolle, kaltgepresste Saftmischungen und Säfte von kaltpresse.de  (beim Ingwersaft mit Zitrone hätte mein serbischer Opa sicherlich mindestens dreimal „Joj“ gesagt). Sehr empfehlenswert! Den kaltgepressten Säften und Smoothies ist Eines gemeinsam:  sehr hohe Nährstoffdichte und ein köstlich-frischer Geschmack! Die Biere, die mein Sohn Jan kennt und schätzt, heißen z.B. „Pink Panther“ (mildes, fruchtiges Ale mit Hibiscusblüten gebraut) oder Helios (eine Hommage an den Leuchtturm der ehemaligen Firma „Helios“ in Köln-Ehrenfeld) und werden von „braustelle“ gebraut. Ich muss dringend mal probieren. Opa Alfi´s feinherbe, nur mit etwas Ahornsirup und Saft in Bioqualität frischgebraute, in Flaschen gefüllte, Eistees runden neben einem feinen Pfälzer Weinsortiment von IMI Winery und Schokolade den gelungenen Gemeinschaftsstand ab. Im Eingang verströmen die bunten Blumen von „Pusteblume“ und die „Espressobar“ einen köstlichen Duft. Ich hoffe, ich habe nichts übersehen.

Markthalle Köln im Belgischen Viertel – Blumenladen Pusteblume am Eingang, links Espressobar

Nun wünsche ich euch ein schönes Einkaufserlebnis im Belgischen Viertel, das sich gut z.B. mit einem Bummel über den Neumarkt und der Geschichte des berühmten Kölner Sängers Willi Ostermann und dessen letztem Wohnort und/oder dem Besuch des Käthe-Kollwitz- oder Rautenstrauch-Joest Museums, also einigen meiner Lieblingsorte in Köln, verbinden lässt. Viel Spaß! Hier findet ihr die Öffnungszeiten der Markthalle und weitere Infos.

28 Jan

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln

In Rheinnähe, ganz versteckt, und doch inmitten der Kölner Altstadt, liegt der beschauliche Ostermannplatz mit seinem Willi Ostermann Brunnen, den ihr über das winzige, gepflasterte Kastellgässchen oder die Lintgasse (hier wurden im Mittelalter Korbwaren von Lintschleißern = Korbflechtern hergestellt) erreichen könnt.

Ganz zufällig fand ich an einem heißen Sommertag den nur wenige Schritte vom Großstadttrubel entfernten, idyllischen Platz mit seinem Brunnen, der dem berühmten Kölner Star-Mundartsänger und Komponisten Willi Ostermann gewidmet ist, und möchte euch hier seine Geschichte erzählen. – Gelegentlich hat man Glück und kann von dem im Schatten liegenden Mäuerchen aus, das zum Ausruhen und Verweilen einlädt, einem burschikosen Tourguide beim Vortrag eines Liedes oder einiger Spottverse lauschen und beobachten. Den Brunnen zieren 15 aus Muschelkalk gefertigte Figuren und eingemeißelte Textzeilen. – Auch befindet sich auf dem Platz ein Bronzerelief des Künstlers. Neugierig wie ich bin, recherchierte ich die Geschichte des an Weiberfastnacht, dem 16.02.1939, zum Andenken an Willi Ostermann eingeweihten Brunnens und Platzes.

Willi Ostermann Brunnen

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln – dreieckiger Brunnen aus Muschelkalk

Willi Ostermann 1.10.1876 – 6.08.1936

Wilhelm „Willi“ Ostermann wurde am 1.10.1876 in Mülheim, auf der liebevoll „Schäl Sick“ genannten rechtsrheinischen Seite, geboren und wuchs in der damaligen Garnisonsstadt Deutz auf. Schon als Schulkind fiel der Rotschopf durch seine lustigen Sprüche und Verse auf. Nach der Volksschule begann er eine Ausbildung im Elektrohandwerk, die er abbrach. Danach machte er eine Lehre als Stereotypeur und Galvanoplastiker und arbeitete wahrscheinlich bis 1900 in seinem Beruf.  Ab 1895 war er Mitglied einer Laientheatergruppe. Seine Talente brachte er bei kleinen Auftritten bei Familienfesten oder in Kneipen ein und verdiente sich so etwas dazu. Noten lesen konnte Ostermann nicht, verfasste aber unermüdlich Lieder und sang sie später auf Schallplatten. Schließlich hatte er 1907 seinen großen Durchbruch mit „Däm Schmitz sing Frau eß durchgebrannt“. Das Lied entstand in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Emil Neumann und war DER Karnevalsschlager 1906/1907. So wurde Ostermann in ganz Deutschland und auch im europäischen Ausland bekannt. Von den Einnahmen seiner Musikleidenschaft konnte er schließlich leben und hinterließ über 100 bekannte „kölsche Krätzchen“, Rhein-Wein-Lieder, Revuefilmlieder und schrieb auch für andere Künstler. Er liebte den Rhein und widmete dem Fluss seines Lebens ebenfalls seine Musik, die bis heute viele Künstler vortragen. Außerdem mochte er das süße Leben und wurde des öfteren auf der Pferderennbahn gesehen.

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln – Denkmal Willi Ostermann

Eines seiner bekanntesten Lieder „Och, wat wor dat fröher schön doch en Colonia“ wurde 1936 zum Herzzerreißen von einer Musikkapelle anlässlich seines Begräbnisses auf dem Melaten Friedhof in der Aachener Straße gespielt. Halb Köln trauerte um Willi Ostermann und die meisten Geschäfte blieben über Stunden geschlossen. 35.000 Menschen säumten den Trauerzug vom Neumarkt (wo er zuletzt wohnte) bis zu Melaten als er am 10.08.1936 beigesetzt wurde. Sein beliebtes Lied „Heimweh nach Kölle – Ich mööch zo Foß noh Kölle gonn“, soll er nach einer nicht gut überstandenen schweren Magenoperation auf dem Sterbebett im Kölner Krankenhaus Lindenburg noch 4 Tage vor seinem Tod geschrieben haben.

Willi Ostermann und seine Lieder – Textverse am Willi Ostermann Brunnen

Als es noch kein Radio gab, wurden seine beliebten Lieder in Windeseile von Mund zu Mund verbreitet. Otto Reutter gab ihm schon 1905 den Rat „den Leuten aufs Mal zu gucken und so seine Spottverse zu verfassen, was er am besten beherrsche“. Diesen guten Rat befolgte Ostermann. Er verkaufte über 2,5 Millionen Schallplatten. Seine Lieder handeln von Persönlichkeiten und skurrilen Figuren, Begebenheiten, Lokalitäten und detailverliebten Szenen und strotzen nur so vor Humor der damaligen Zeit. Aber es handelt sich bei Weitem nicht nur um Karnevalslieder. Er vereinte kölschen Sprachwitz mit angeborenem Humor. Seine Lieder handeln neben der immer wieder gepriesenen Schönheit der Frauen vom Rhein und dem köstlichen Wein auch von den unsicheren Zeiten, von Krieg und Frieden, Hunger, Depression, beschreiben detailgenau Milieuszenen und deren pralle Figuren und erzählen später auch von Kriegsgewinnlern, wobei die Politik nicht Ostermanns Hauptthema war und keineswegs korrekt wiedergegeben wurde. Sein Lied „Heimweh nach Köln“ wurde im Zweiten Weltkrieg sogar als „wehrkraftzersetzend“ verboten. Unvergessen auch seine „Hommage“ an die Waffe „Dicke Bertha, Kaliber 42“.

Entstehung und Geschichte des Willi-Ostermann-Brunnens und Ostermannplatzes bis 1961

Nach Willi Ostermanns Tod verwendete sein Freund und damaliger Präsident des Kölner Festkomitees, Thomas Liessem, die Erlöse aus dem Verkauf der Schallplatte „Heimweh nach Köln“ sowie die Tantiemen für das von ihm verfasste Ostermannbuch und im Freundeskreis gesammelte Gelder, um ein Ostermanndenkmal erbauen zu lassen.

Der Bildhauer Willy Klein schuf aus einem 14 Kubikmeter großen aus Bayern angelieferten Muschelkalkblock für 38.000 Reichsmark das Werk mit den 15 Figuren, die u. a. von Ostermann besungen worden waren. Der dreieckige Brunnen bildet heute den zentralen Punkt des Platzes. Eingemeißelt in das Denkmal sind die Textzeilen aus drei berühmten Ostermann-Liedern: „Kölsche Mädcher künne bütze“, „Wenn in Colonia der Karneval beginnt“ und „Och, wat wor dat fröher schön doch in Colonia“.

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln – dreieckiger Brunnen aus Muschelkalk

Alle Kölner Karnevalsgesellschaften und viele Vereine waren anwesend, als das Denkmal 1939 an Weiberfastnacht feierlich dem damaligen Oberbürgermeister als Geschenk der Kölner Bürgerschaft zur Pflege übergeben wurde. Der Platz wurde „Ostermannplatz“ genannt. Der Kinderchor des Städtischen Waisenhauses und der Kölner Männerchor sangen sehr einfühlsam gemeinsam Ostermanns letztes Lied.

Thomas Liessem würdigte den Verstorbenen anlässlich der Einweihung des Denkmals mit folgenden Worten:

„Ein Volk lebt in seinen Liedern, und der die Lieder schrieb, konnte nur im Volke gelebt haben. Generationen gehen, doch seine Lieder bleiben bestehen. Und ein Volk, welches sich singend in seinen Liedern selbst den Spiegel vorhält, wie in den Gesängen Ostermanns, dieses Volk hat Herz und Gemüt. – Bitten wir den Himmel, dass er uns dieses Gemüt erhält und dieses Denkmal so lange schützt, wie die Lieder unseres Willi Ostermann in diesem Volk am Rhein Bestand haben!“

Und als ob der Himmel tatsächlich zugehört und die Bitte erfüllt hätte, wurde der Brunnen trotz der durch Bombenhagel und Feuersbrunst verheerenden Zerstörung ringsherum kaum beschädigt. Und die textsicheren Kölner lieben es bis heute, ihre Lieder zu singen – und ich singe gerne mit!

Nach dem Krieg übernahm der 17-jährige in direkter Nachbarschaft des Brunnens wohnende Karnevalist Franz Unrein, später als „Schütze Bumm“ und „Jupp vum Kägelclub“ bekannt und berühmt, tatkräftig die Aufräumarbeiten des Platzes mithilfe der Nachbarschaft und der Karnevalskünstlervereinigung Muuzemändelcher, wofür er mit einer Medaille geehrt wurde.  Am 11.11.1949 erfolgte die Wiedereinweihung des Denkmals. Wieder wurden die alten Ostermannlieder feierlich intoniert. – Aus dieser Wiedereinweihung machten die Muuzemändelcher ein wiederkehrendes Ereignis. Immer am 11.11. um 11 Uhr 11 wurde von da an hier die Karnevalssession eröffnet.

Als 1961 der Ostermann Platz umgebaut wurde, holte der damalige Oberbürgermeister Theo Burauen den Karnevalsauftakt auf den Rathausvorplatz, „Et Spill op d´r Rothustrapp“. In der Folge geriet der Brunnen in Vergessenheit und begann zu zerfallen.

Geschichte um Willi-Ostermann-Brunnen und Ostermannplatz ab 1967 und Gründung der Ostermann Gesellschaft Köln 1967 e. V.

Am 28.02.1967 schließlich gründete sich die Ostermann Gesellschaft  in den Räumen des noch heute bestehenden Brauhauses „Gilden im Zins“, um das Andenken Ostermanns zu ehren. Die vergessene Tradition der Sessionseröffnung seit 1949 wurde wiederbelebt und die Gesellschaft lud am 11.11.69 wieder zur Sessionseröffnung am Ostermann-Brunnen ein. Der Platz wurde mit den Jahren allerdings für die vielen Jecken zu eng und man musste ausweichen.

1974 wurde der Brunnen durch Jürgen Hans Grümmer umgestaltet.

Eine weitere Neueinweihung fand schließlich am 14.06.1997 statt.

Gedenktafel

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln – Gedenktafel

Willi Ostermanns Nachlass wurde in dessen eigenem Verlag zunächst von seiner 2. Frau Käthe und später vom Musikverlag Hans Gerig KG verwaltet. Die Willi Ostermann Gesellschaft Köln 1967 e. V. pflegt noch heute sehr aktiv das Andenken des Künstlers. Die Gesellschaft übernahm u. a. auch die Restaurierung einer Ostermann-Figur. Die restaurierte Figur befindet sich im Hotel Radisson Blue in Deutz. Eine Kopie wurde am Ratsturm angebracht. Es gibt noch weitere Denkmäler und Tafeln in der Umgebung in Andenken an den Künstler, wie z. B. eine Gedenktafel am Haus Am Neumarkt 33, wo er von 1928 bis zu seinem Tod zusammen mit seiner Frau Käthe gelebt hat. Die Tafel könnt ihr anschauen und mit dem Besuch einiger meiner anderen Lieblingsorte in Köln verbinden.

Gedenktafel

Willi Ostermann Brunnen und Ostermannplatz Köln – Gedenktafel an seiner letzten Wohnstätte

Die Ostermann Gesellschaft 1967 e. V. pflegt heute den Brunnen und hat seit ihrer Gründung sehr viel unternommen, um das Andenken des Kölner Barden zu bewahren. Z. B. verleiht sie in unregelmäßigen Abständen während der Sessionseröffnung, die mittlerweile unter Regie der Gesellschaft auf dem Heumarkt stattfindet und auf den Altermarkt übertragen wird, den „Goldenen Ostermann Brunnen“ für besondere Verdienste um den Kölner Karneval (u. a. wurden Willy Millowitsch, Bläck Fööss, die Höhner geehrt), organisiert spektakuläre Karnevalssitzungen u. v. m. und hat etliche Andenken über Willi Ostermann aus alten Archiven erworben (ein Originalliederbuch des Sängers könnt ihr auf der Website der Gesellschaft anschauen) oder verwaltet diese. Auf der Seite der Ostermann Gesellschaft findet ihr noch allerlei Wissenswertes über deren Gründungsgeschichte, den Kölner Karneval und viele aktuelle Termine. Auch ein Willi Ostermann Wanderweg mit Stationen seines Lebens, bei dem man Köln besser kennenlernt, findet sich dort. Und einmal im Jahr wird ein Ausflug ins Nachtigallental, wo sich auch ein Denkmal findet, organisiert. Die Hymne dieser Karnevalsgesellschaft ist, wie könnte es anders sein, Willi Ostermanns Lied „Heimweh nach Köln“.

„Wenn ich su an ming Heimat denke
un sin d’r Dom su vör mir ston,
mööch ich direk op Heim an schwenke,
ich mööch zo Foß no Kölle gon.“

Verszeile aus „Heimweh nach Köln“ von 1936

Ich übernehme keine Verantwortung für Vollständigkeit und Korrektheit meiner Recherchen. Eigentlich wollte ich euch nur von einem meiner Lieblingsorte in Köln berichten…und freue mich über weitere Informationen zu Willi Ostermann und dem nach ihm benannten Platz in Kölles Altstadt.