23 Jul

Foodsharing, Fairteiler und Foodsaver

Der Monat ist noch lang und auf dem Konto und im Geldbeutel herrscht gähnende Leere? Trotz aller Phantasie knurrt der Magen? Oder das Gegenteil: du weißt nicht, wohin mit den guten, vom Geburtstag übrig gebliebenen Brötchen oder Obst etc.? Oder du hast Lust, dich an deinem Wohnort in puncto Lebensmittel nachhaltig zu engagieren? Glücklicherweise gibt es Foodsharing bzw. die Fairteiler.

Ich bin sehr glücklich, dass ich neulich auf meinem Lieblingsmarkt in Köln Nippes eine Gruppe von Leuten, die am Fuße des „Tadsch Mahal“ eifrig Obst und Gemüse sortierte, antraf. Neugierig wie ich bin, sprach ich die Leute an. Sie seien Lebensmittelretter, sogenannte Foodsaver, die bei der Foodsharing Gruppe in Nippes mitmachen und die z.B. die von einigen Markthändlern gespendeten Lebensmittel in der „Branddirektion“ auslegen. Dort kann dann jeder, insbesondere natürlich bedürftige Menschen – und davon gibt es viele –  kostenlos etwas mitnehmen. Oder etwas hinbringen und spenden, also teilen.

Food Saver bei der Arbeit

Foodsharing, Fairteiler und Foodsaver. Foodsaver sortieren gespendetes Obst und Gemüse am sog. „Tadsch Mahal“ in Köln-Nippes

Wie sieht so ein „Fairteiler“ aus?

Zuhause angekommen, habe ich eifrig recherchiert und mich später mit einigen der Helfer unterhalten. Köln ist die Stadt mit den meisten „Fairteilern“, die sich auf verschiedene Kölner Stadtteile verteilen, auch rechtsrheinisch. Es handelt sich um öffentlich zugängliche Räume, Schränke, Kühlschränke, kleine Hütten etc., sogar in einem privaten Vorgarten.

Fairteiler im Vorgarten

Foodsharing, Fairteiler und Foodsaver. Liebevoll gepflegter Fairteiler in einem Metallschrank im Vorgarten in Köln-Kalk.

Fairteiler

Foodsharing, Fairteiler und Foodsaver. Fairteiler Ensen an der Haltestelle Köln-Ensen Kloster

Der für mich spektakulärste Fairteiler ist ein bepacktes Fahrrad, das in Köln-Chorweiler steht.

Fairteiler auf dem Fahrrad

Foodsharing, Fairteiler und Foodsaver. In Köln-Chorweiler dient dieses liebevoll zum Fairteiler ausgebaute Fahrrad

Warum wurde Foodsharing gegründet?

Foodsharing ist ein gemeinnütziger Verein und wurde 2012 gegründet. Es handelt sich mittlerweile um eine internationale Bewegung, die öffentlich auf Lebensmittel-Verschwendung hinweist und dabei hilft, dieser entgegen zu wirken und die Lebensmittel vor der Tonne zu „retten“. Die engagierten Freiwilligen arbeiten völlig unentgeltlich und nennen sich „Foodsaver“. Stand heute gibt es bereits um die 200.000 registrierte Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz und ca. 25.000 Foodsaver.

Es gibt bis heute etwa 3.000 kooperierende Betriebe, bei denen bereits 7,8 Mio. Kilogramm Lebensmittel vor dem Wegwerfen und der damit verbundenen Lebensmittel- und Resourcenverschwendung bewahrt wordern sind. In Köln habe ich als Partner u.a. Gertrudenhof und die Bauerntüte gefunden.

Die Lebensmittelverschwendung ist weltweit ein riesiges Problem. Ca. ein Drittel aller Lebensmittel werden allein in Deutschland verschwendet. Diese Verschwendung zieht sich wie ein roter Faden über Anbau, Bewässerung, Ernte, Transport, Energie, Verarbeitung, Lagerhaltung, Weiterverkauf u.v.m. bis hin zum Restaurant oder Endverbraucher, der auch häufig Lebensmittel wegwirft. Darauf macht Foodsharing aufmerksam.

Ziele von Foodsharing

Ziel von Foodsharing ist es, ein Umdenken und verantwortliches Handeln anzustoßen, Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammenzubringen und und ein Bewußtsein zu schaffen, mit den Resourcen unseres Planeten nachhaltig zu wirtschaften.

Mein persönliches Ziel ist, möglichst viele Leser dieses Blogs über das Foodsharing zu informieren und sie zum Mitmachen zu animieren. Ein Geben und Nehmen. Und ich hoffe auch sehr, dass sich jeder, der finanzielle Schwierigkeiten hat, traut, an den Fairteiler zu gehen und möglichst viele, die noch gute Lebensmittel übrig haben, diese spenden.

Wer kann Foodsharing nutzen?

Jeder, der z.B. gut erhaltene Lebensmittel von einem Fest übrig hat oder in Urlaub fährt und Lebensmittel übrig hat, kann die noch guten Sachen spenden und zum nächstgelegenen Fairteiler bringen oder sogar abholen lassen. Und natürlich auch etwas mitnehmen. Das Retten und Teilen findet geldfrei statt! Unter Foodsharing findet ihr alle Kölner Fairteiler Stand heute.

Wenn ihr mehr über diese mega Initiative wissen wollt, könnt ihr euch ganz allgemein unter Foodsharing informieren und nachschauen, wo sich in eurer Stadt eine Gruppe der Initiative trifft oder ihr könnt selbst einen Fairteiler aufbauen und Mitaktivisten und Partner suchen. Viel Erfolg! Und natürlich guten Hunger! – Hier zu den Fairteiler-Regeln.

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